Wegen Vergewaltigungsvorwürfen : Schweden nimmt Untersuchungen gegen Assange wieder auf
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Julian Assange am 1. Mai in London Bild: AP
Eine Frau wirft Julian Assange vor, er habe sie während eines Besuchs in Schweden 2010 vergewaltigt. 2017 wurden die Ermittlungen eingestellt. Assange befürchtet, dass er von Schweden an Amerika ausgeliefert wird.
Die schwedische Staatsanwaltschaft hat am Montag bekanntgegeben, dass sie die Voruntersuchungen zu Vergewaltigungsvorwürfen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange wieder aufnimmt. Die Wiederaufnahme der vorläufigen Ermittlungen in Schweden war am 11. April – dem Tag, als Assange in London festgenommen worden war – von der Anwältin einer Frau beantragt worden, die Anschuldigungen gegen Assange vorgebracht hatte.
Die Frau wirft dem 47 Jahre alten Assange vor, er habe sie während eines Besuchs in dem skandinavischen Land 2010 vergewaltigt. Assange streitet das ab. Die Untersuchungen waren 2017 eingestellt worden.
Assange war vor sieben Jahren in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Er befürchtete, dass Schweden ihn an die Vereinigten Staaten übergeben könnte.
Die amerikanische Justiz wirft Assange Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vor. Es geht dabei um zahlreiche Geheimdokumente der amerikanischen Regierung, unter anderem zu den Kriegen in Afghanistan und Irak, die Wikileaks veröffentlicht hat. Im April wurde Assange in London festgenommen, nachdem ihm die Regierung in Quito das Botschaftsasyl entzogen hatte.
Anfang Mai verurteilte ihn ein britisches Gericht zu einer Haftstrafe von knapp einem Jahr. Der politische Aktivist habe gegen Kautionsauflagen verstoßen, entschied der Southwark Crown Court in London. Er soll deshalb für 50 Wochen ins Gefängnis.
Wikileaks warnte nach dem Urteil, in diesem Fall gehe es für Assange um „Leben und Tod“. Die britische Regierung hat dagegen zugesichert, Assange werde nicht an ein Land ausgeliefert, in dem ihm die Todesstrafe drohe.