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Gewalt in Casino : Terror oder Raub in Manila?

Angehörige vor dem Hotel in Manila, in dem es brannte. Bild: AP

Erst vor wenigen Tagen erlebten die Philippinen einen herben Rückschlag im Kampf gegen den IS, jetzt zündet sich ein Mann unter seltsamen Umständen an. Für Duterte wäre das ein guter Vorwand, das Kriegsrecht auszudehnen.

          Ein bewaffneter Mann dringt in einen Hotel- und Casinokomplex in Manila ein. So viel ist bekannt. Aber was danach im „Resorts World Manila“ genau geschieht, darüber gibt es widersprüchliche Angaben. Dem Hotelmanagement zufolge schießt der Mann in die Luft. Die Menschen ergreifen panisch die Flucht.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Einigen Berichten zufolge stopft der Mann sich einen Rucksack mit Spielchips voll. Dann verschafft er sich laut Presseberichten Zugang zu den Hotelzimmern. Im Zimmer 510 legt er sich ins Bett, zieht die Decke über sich, begießt sie mit Benzin und zündet sie an. Unterschiedliche Berichte gibt es darüber, ob er danach auf sich selbst die Waffe richtet oder von Sicherheitsleuten erschossen wird.

          Am Ende ist aber nicht nur der Bewaffnete tot, sondern mindestens 36 weitere Menschen haben ihr Leben gelassen. Der Schock ist groß, weil viele Einwohner Manilas zunächst von einem Anschlag ausgehen, wie ihn Städte wie Paris, Berlin oder zuletzt Manchester erlebt haben.

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          Doch die Polizei sagt, es handele sich um einen Raubüberfall. Der Rucksack voller Jetons scheint dies zu bestätigen. Keiner der Anwesenden soll zudem von einer Kugel des Angreifers getroffen worden sein. Die Opfer sind nach Angaben der Behörden vor allem auf Rauchvergiftungen zurückzuführen. Einigen Angaben nach hatte der Täter Möbel und Teppiche in Brand gesteckt.

          Elf Soldaten von eigener Luftwaffe getötet

          Doch auch viele Fragen sind selbst Stunden nach dem nächtlichen Angriff noch ungeklärt. Den Berichten der lokalen Presse zufolge hat sich der „Islamische Staat“ binnen kürzester Zeit der Tat bezichtigt. Außerdem erscheint der Zeitpunkt des Angriffs nicht zufällig. Im Süden der Philippinen toben seit mehr als einer Woche heftige Kämpfe zwischen der Armee und Verbündeten des „Islamischen Staats“.

          Schon deutlich mehr als einhundert Tote sind in der Stadt Marawi auf der Insel Mindanao zu beklagen. Mit Luftangriffen versucht die Führung, der Lage Herr zu werden. Am Donnerstag war es dabei zu einem fatalen Fehler bekommen. Elf Soldaten waren von der eigenen Luftwaffe getötet worden.

          Der Präsident Rodrigo Duterte, für sein hitziges Temperament bekannt, hatte schon vor einer Woche das Kriegsrecht über die Insel verhängt. Es gibt keinen Zweifel, dass er es am liebsten auf das gesamte Land ausdehnen würde, das belegen nicht zuletzt seine eigenen Aussagen. Eine schwere Terrorattacke mitten in Manila würde dafür den Vorwand liefern. Stattdessen schließen die Behörden aber genau das äußerst schnell aus. Aber ob Raub oder Terror: Auf den Philippinen hinterlassen die Geschehnisse das Gefühl, dass die Gewalt in den vergangenen Tagen ein bedrohliches Ausmaß erreicht hat.  

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