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Krise im Sahel : Es braucht nicht viel, um Chaos herbeizuführen

Geschätzter Partner: Nigers Präsident Mohamed Bazoum, aufgenommen während des Besuchs von Außenministerin Annalena Baerbock Bild: AFP

Niger wird neuer Dreh- und Angelpunkt für westliche Truppen, viele Politiker reisen derzeit in den westafrikanischen Staat – jetzt auch Bundeskanzler Scholz. Doch wie stabil ist das Land?

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          So viel ranghohen Besuch in so kurzer Zeit gibt es in Niger nicht oft. Mitte April war Außenministerin Annalena Baerbock in dem Wüstenstaat, Anfang Mai kam der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, zu einem 48 Stunden langen Arbeitsbesuch vorbei, und in den nächsten Tagen wird Bundeskanzler Olaf Scholz erwartet. Nachdem Frankreich und andere Staaten ihre Truppen aus Mali abziehen und einen Teil in Niger stationieren, wird das Land zum neuen Dreh- und Angelpunkt für westliche Truppen im zehn Jahre dauernden Kampf gegen Terroristen und andere Bewaffnete. Für den nigrischen Präsidenten Mohamed Bazoum und seine Regierung ist insbesondere die Allianz mit Frankreich aber auch ein Wagnis.

          Claudia Bröll
          Politische Korrespondentin für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Das bitterarme Land, das dreieinhalbmal so groß ist wie Deutschland mit 24 Millionen Einwohnern, ist ein Einfallstor für islamistische Terroristen. Sie nutzen die Armut und Unzufriedenheit der Bevölkerung sowie lokale Konflikte, um sich in Westafrika breitzumachen. Im Norden grenzt Niger an Algerien und Libyen, im Osten an den Tschad, im Westen an Mali, Burkina Faso und im Süden an Benin und Nigeria. Vor allem das Dreiländereck Mali, Burkina Faso und Niger ist ein ständiger Brennpunkt. Wie anderswo im Sahel haben staatliche Institutionen die Kontrolle in den Grenzgebieten faktisch verloren.

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