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Schlauchboot auf Mittelmeer : „Aita Mari“ rettet 43 Migranten

  • Aktualisiert am

Die Crew der „Aita Mari“ bei einem Rettungseinsatz im Februar Bild: AFP

Am Montagabend hat eine spanische Rettungsorganisation 43 Personen von einem Schlauchboot gerettet. Zuvor hatte es Berichte über ein Bootsunglück gegeben, die die EU-Grenzschutzagentur Frontex jedoch zurückwies.

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          Das Schiff „Aita Mari“ der spanischen Nichtregierungsorganisation Salvamento Marítimo Humanitario hat am Montagabend nach eigenen Angaben 43 Menschen von einem Schlauchboot auf dem Mittelmeer gerettet. Zunächst hatte die Organisation von 47 Menschen berichtet. Nach Rücksprache mit der Leitstelle in Valletta habe man mit der Bergung begonnen, teilte die Organisation auf Twitter mit. Sechs Personen sollen bewusstlos sein. Man erwarte einen maltesischen Arzt zur Unterstützung. Zudem forderte die Organisation einen sicheren Hafen. Die „Aita Mari“ fährt unter spanischer Flagge und soll zum Zeitpunkt der Rettung nicht im Einsatz, sondern auf dem Rückweg nach Spanien gewesen sein.

          Zuvor hatte es unbestätigte Berichte über ein Bootsunglück mit Migranten im Mittelmeer vor Malta gegeben. Wie die EU-Grenzschutzagentur Frontex daraufhin am Montag mitteilte, habe sie vier von ihr beobachtete Boote orten können. Zwei der Boote hätten Sizilien erreicht, zwei weitere befänden sich in der Such- und Rettungszone von Malta. Bei einem davon soll es sich laut der Hilfsorganisation „Alarm Phone“ um das am Montagabend von der „Aita Mari“ gerettete handeln.

          Auf der italienischen Insel Sizilien berichten die Behörden, am Ostermontag seien 77 Menschen bei Portopalo di Capo Passero in der Provinz Syrakus angekommen. Zuvor hatten bereits lokale Behörden in Pozzallo auf Sizilien nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag über die Ankunft von rund 100 Migranten berichtet. Die meisten seien auf einer landwirtschaftlichen Anlage untergebracht worden.

          Italienische Küstenwache: Handelt sich um altes Boot

          Mehrere Rettungsorganisationen hatten sich am Sonntag auf Twitter besorgt wegen Flüchtlingsbooten vor Malta geäußert und teils schwere Vorwürfe gegen die europäischen Staaten wegen Untätigkeit erhoben. Offizielle Bestätigungen über ein mögliches Unglück gab es aber nicht. Malta wies vielmehr darauf hin, dass verlassene Boote nicht immer ein Anzeichen dafür seien.

          Nach Angaben von Frontex hatte die Grenzschutzagentur bei Patrouillenflügen über dem zentralen Mittelmeer am Freitag zunächst drei Boote und am Samstag ein weiteres Boot im Bereich der Such- und Rettungszone von Libyen entdeckt. Die Behörden in Italien, Malta, Libyen und Tunesien seien informiert worden.

          Bei dem Patrouillenflug vom Sonntag hatten die Frontex-Mitarbeiter außerdem ein leeres Schlauchboot ohne Motor entdeckt. Nach Angaben der italienischer Küstenwache dürfte es sich um ein altes Boot handeln, dessen Insassen wohl von libyschen Stellen aufgenommen worden seien.

          Italien und Malta haben ihre Häfen vor einigen Tagen wegen der Corona-Krise für die privaten Seenotretter geschlossen. Maltas Regierungschef Robert Abela hatte die Haltung seiner Regierung in Valletta am Sonntag verteidigt. „Diese Entscheidung hat nichts zu tun mit Rassismus oder der Hautfarbe. Wir haben Ankünfte von überall her gestoppt“, sagte Abela. Man habe in der Gesundheitskrise keine Kapazitäten für eine Seenotrettung weit draußen auf dem Meer. Man müsse entscheiden zwischen der Gesundheit vor Ort und anderen Dingen, sagte er in einem TV-Interview. Malta habe alle seine Kräfte mobilisiert, um die Covid-19-Krankheit einzudämmen.

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