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Schiitisch-sunnitischer Konflikt : Saudi-Arabien stationiert zehntausende Soldaten an Grenze zum Irak

  • -Aktualisiert am

Irakische Soldaten Ende Juni nahe der Grenze zu Saudi-Arabien Bild: dpa

Zuletzt sprachen der saudische König Abdullah und der amerikanische Präsident Barack Obama am Telefon über die Lage im Irak. Nun berichtet der Fernsehsender Al Arabija über massive Truppenbewegungen.

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          Die saudi-arabische Regierung hat 30.000 Soldaten an der Grenze zum Irak aufmarschieren lassen. Um die mehr als 800 Kilometer lange Grenze zwischen den beiden Ländern zu schützen, habe König Abdullah die Truppenentsendung beschlossen, berichtete am Donnerstag der saudi-arabische Nachrichtensender Al Arabija. Zuvor waren Einheiten der irakischen Armee von ihren Posten abgerückt und hatten das Grenzgebiet unbewacht zurückgelassen.

          Fast die Hälfte der irakisch-saudi-arabischen Grenze verläuft entlang der Provinz Anbar, die weitgehend von der Terrorgruppe Islamischer  Staat Abu Bakr al Baghdadis kontrolliert wird.  Nach Angaben des Weißen Hauses hatte Abdullah am Mittwoch mit Präsident Barack Obama telefoniert, um über das weitere Vorgehen im Irak zu beraten. Sie seien sich einig gewesen, dass die Bildung einer Regierung nationaler Einheit unter Einschluss von Sunniten und Kurden notwendig sei.

          Kaum mehr Grundlage für politische Lösung

          Ministerpräsident Nuri al  Maliki, dessen Bündnis „Staat des Rechts“ die Parlamentswahlen im April zwar gewonnen hat, aber keine Mehrheit hat, ist Schiit. Ihm wird vorgeworfen, die Sunniten zu marginalisieren und sie mit seinem autoritären Führungsstil zu entfremden.

          Der amerikanische Vizepräsident Joe Biden telefonierte am Mittwoch mit dem bisherigen sunnitischen Parlamentspräsidenten Usama al Nudschaifi, um eine politische Lösung der Krise im Irak zu erreichen. Westliche Diplomaten im Irak sehen dafür jedoch kaum noch eine Grundlage. Nicht nur die Ausrufung eines Kalifats durch den Islamischen Staat Abu Bakr al Baghdadis, sondern auch die Unabhängigkeitsbestrebungen der kurdischen Autonomieregion stünden einem Erhalt Gesamtiraks im Weg, heißt  es.

          Kurdenpräsident Massud Barzani forderte am Donnerstag das Parlament in  Arbil dazu auf, eine Wahlkommission zur Abhaltung eines Referendums über die Sezession einzurichten. Unterdessen setzten die irakischen Regierungstruppen ihre Offensive auf das von den Dschihadisten gehaltene Akrit fort.

          Da die Rückeroberung der Geburtsstadt Saddam Husseins nur schleppend vorangeht, kommen vermehrt Kampfhubschrauber zum Einsatz. Nach der Lieferung zwölf russischer Kampfflugzeuge sollen offenbar auch drei iranische Kriegsflieger vom Typ Sukhoi in Bagdad gelandet sein. Das Regime in Teheran unterstützt Maliki; zuletzt war über bedeutende iranische Waffenlieferungen in den Irak berichtet worden.

          Bei den Kämpfen im Irak sind Juni nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 2500 Menschen getötet worden.

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