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Während Europameisterschaft : Sankt Petersburg verschärft Corona-Regeln

Fußballfans verfolgen am 12. Juni in einer Fanzone in Sankt Petersburg das Spiel zwischen Belgien und Russland. Bild: AFP

Wegen der steigenden Corona-Zahlen gelten nach Moskau künftig auch in Sankt Petersburg strengere Maßnahmen. Davon betroffen sind auch die Fanzonen der laufenden Fußball-Europameisterschaft.

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          Nach der russischen Hauptstadt Moskau, wo neuerlich Höchststände von Corona-Infektionen verzeichnet werden, will nun auch Sankt Petersburg neue Beschränkungen einführen. Der Gouverneur der zweitgrößten russischen Stadt, Alexandr Beglow, unterzeichnete einen Beschluss, der von Donnerstag an untersagt, Unterhaltungsveranstaltungen in Lokalen abzuhalten sowie sogenannte Food-Courts und Kinderspielzimmer in Einkaufszentren schließt.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Kinos dürfen statt 75 Prozent nur noch die Hälfte ihrer Tickets verkaufen, Massenveranstaltungen nicht mehr als 3000 Gäste haben. Restaurants dürfen von zwei Uhr nachts bis sechs Uhr früh keine Gäste mehr empfangen und nur noch Speisen zum Mitnehmen anbieten.

          Erst nach dem zweiten Spiel Russlands

          Das ist nicht nur wegen der derzeitigen, spektakulären „weißen Nächte“ relevant, sondern auch wegen der derzeit mit insgesamt sieben Spielen in Sankt Petersburg gastierenden Fußball-Europameisterschaft. Die Beschränkungen treten allerdings erst nach dem zweiten Auftritt der russischen Auswahl in Kraft, die am Mittwoch in der Gazprom-Arena auf Finnland trifft. In den sogenannten Fanmeilen der EM ist seit Montag das Tragen von Masken Pflicht, von Donnerstag an ist dort der Verkauf von Nahrungsmitteln verboten, aber nicht der von Getränken. So geht das Fußballfest weiter.

          Seit Anfang Juni steigt in Russland die Anzahl der Corona-Neuinfektionen stark an; am Sonntag wurden offiziell 14.723 Fälle registriert, der Höchststand seit dem vergangenen Februar, am Montag waren es 13.721. An den offiziellen Zahlen gibt es indes erhebliche Zweifel, auch, weil wenig getestet wird. So ist die Neuinfektionsstatistik in Sankt Petersburg laut dem örtlichen Newsportal Fontanka „überraschend stabil“, am Sonntag sollen 865 Neuinfektionen verzeichnet worden sein, am Samstag 862, während das Gesundheitssystem in der Stadt überlastet sei.

          In Moskau, dem Zentrum des Infektionsgeschehens, wurden am vergangenen Wochenende bis Sonntag arbeitsfreie Tage verordnet. Hier sollen Bürger, die sich entgegen eines Verbots auf Parkbänke setzen, nun mit hohen Bußgeldern bestraft werden. Der Anteil derjenigen, die in einem halben Jahr russischer Impfkampagne mindestens eine Dosis eines Corona-Vakzins erhalten haben, liegt in Moskau bei knapp zwölf, in Sankt Petersburg bei knapp 14 Prozent.

           

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