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Wegen Demonstration : Saudischer Aktivistin droht Todesstrafe

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Gegen Ungerechtigkeit: Proteste in Saudi-Arabien im September 2012 Bild: AP

Die saudische Staatsanwaltschaft fordert die Hinrichtung einer Aktivistin – weil sie sich für Menschenrechte eingesetzt hat. Es wäre die erste Frau, die in dem Königreich dafür zum Tode verurteilt würde.

          Einer politischen Aktivistin droht nach Angaben von Menschenrechtlern in Saudi-Arabien die Hinrichtung. Die Staatsanwaltschaft fordere vor einem Anti-Terror-Gericht die Todesstrafe für die 29 Jahre alte Israa al Ghomgham und vier weitere Aktivisten, teilte die Organisation „Human Rights Watch“ mit. Die HRW-Direktorin für den Mittleren Osten, Sarah Leah Whitson, nannte das Vorgehen gegen die Schiitin, die lediglich an friedlichen Protesten und Aktionen teilgenommen habe, am Mittwoch „monströs“.

          Es wäre den Angaben zufolge das erste Mal, dass in dem streng-islamischen Königreich eine Frau für politische Menschenrechtsaktivitäten hingerichtet wird. In dem Wüstenstaat werden zum Tode Verurteilte oftmals öffentlich enthauptet. Außer HRW fordern auch andere internationale Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International die sofortige Freilassung der Aktivistin. Der nächste Gerichtstermin ist für den 28. Oktober anberaumt.

          Ghomgham war im Dezember 2015 gemeinsam mit ihrem Ehemann Moussa al Haschem in ihrem Haus festgenommen worden und ist seither in Haft. Sie war eine der Anführerinnen der Proteste in der östlichen Region Katif, die 2011 im Zuge des Arabischen Frühlings begannen. Die Demonstranten forderten ein Ende der Diskriminierung von Schiiten und die Freilassung politischer Gefangener. Die ölreiche Katif-Provinz ist überwiegend von Schiiten bewohnt, während die Mehrheit in Saudi-Arabien einschließlich der Mitglieder des Königshauses Sunniten sind. Mit mehr als 100 Hinrichtungen im Jahr 2017 gehört Saudi-Arabien zu den Ländern mit den meisten Exekutionen – nach China und Iran.

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