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Jemens Hauptstadt : Saudi-arabische Kampfflugzeuge bombardieren Sanaa

  • Aktualisiert am

Archivbild vom August 2017 aus Sanaa nach einem saudi-arabischen Angriff Bild: AP

Saudi-arabische Flugzeuge greifen in der Nacht die Hauptstadt des Jemen an. Gleichzeitig hebt Riad die Blockade von Flug- und Seehäfen wieder auf.

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          Kampfflugzeuge einer saudi-arabisch geführten Militärkoalition haben Augenzeugen zufolge das Verteidigungsministerium unter Kontrolle der Huthi-Rebellen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa angegriffen. Explosionen von zwei Bombenangriffen seien am Freitagabend in der Nähe des Gebäudes zu hören gewesen, es steige Rauch auf, berichteten die Zeugen der Deutschen Presse-Agentur. Bei einem dritten Luftangriff auf eine Wohngegend in der Nähe des Ministeriums wurden demnach mindestens acht Menschen verletzt und zwei Häuser teilweise zerstört. Helfer suchten unter den Trümmern nach Überlebenden.

          Das Verteidigungsministerium in Sanaa war bereits in der Vergangenheit mehrfach von der Militärkoalition angegriffen worden. Die Lage in der Region ist angesichts wachsender Konflikte zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran äußerst angespannt. Beide Länder stehen im Konflikt im Jemen auf entgegengesetzten Seiten. Während Teheran die schiitischen Huthi-Rebellen unterstützt, die Jemens Hauptstadt Sanaa und große Teile des Landes kontrollieren, führt Riad seit März 2015 eine arabische Militärkoalition an, um Jemens Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi zurück an die Macht zu bringen.

          Nach einem Raketenangriff der Huthi-Rebellen auf die saudi-arabische Hauptstadt Riad vor wenigen Tagen hatten Saudi-Arabien und seine Verbündeten die Grenzen des Jemen abgeriegelt.

          Zeitgleich hat die von Saudi-Arabien geführte Koalition hat eine Anfang der Woche verhängte Blockade der Flug- und Seehäfen des Bürgerkriegslandes Jemen teilweise aufgehoben. Von Sonntag an könnten die Städte Aden und Saijun wieder angeflogen werden, meldete der von
          Saudi Arabien finanzierte Nachrichtenkanal Al Arabija unter Berufung auf den jemenitischen Verkehrsminister Murad al Halimi. Zuvor war bereits der Seehafen im südjemenitischen Aden wieder geöffnet worden.

          Die Vereinten Nationen hatten zuletzt scharfe Kritik an Saudi-Arabiens Einsatz im Jemen geübt. Die jüngste Blockade der Flug- und Seehäfen mache das Elend der Zivilbevölkerung untragbar, berichteten UN-Organisationen in Genf. Seit vergangenem Wochenende könnten keinerlei Hilfsgüter für die rund 27 Millionen Einwohner mehr ins Land gebracht werden.

          Hilfsorganisationen hatten in dieser Woche vor einer der weltweit größten Hungerkatastrophen im Jemen gewarnt. Saudi-Arabien hatte als Reaktion auf einen Raketenangriff der Huthi-Rebellen eine Blockade über die Flug- und Seehäfen des Bürgerkriegslandes verhängt.

          Im Jemen kämpfen seit 2014 schiitische Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Militäreinheiten des gestürzten Staatschefs Ali Abdallah Saleh gegen Truppen des international anerkannten Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. 2015 griff das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis zugunsten von Hadi in den Konflikt ein. Seitdem wurden mehr als 8600 Menschen getötet. Durch die Cholera starben dieses Jahr bereits 2100 Menschen.

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