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Zukunft Saudi-Arabiens : Der König ist tot, es lebe der König

  • -Aktualisiert am

König Abdullah und sein Nachfolger Prinz Salman im Jahr 2010. Bild: AP

Die Nachfolge in Saudi Arabien war seit dem vergangenen Jahr geregelt. Doch König Abdullahs Halbbruder Salman stehen schwere Zeiten bevor: Die Kriege im Jemen, Syrien und Irak gefährden die Stabilität des Königreichs.

          Vorbereitet auf den Tod Abdullahs war die innerste Führung in Riad seit langem. Der greise Herrscher selbst hatte sich im vergangenen Jahr intensiv um eine geordnete Nachfolgregelung gekümmert. Bereits an diesem Freitag hat der von ihm zum Kronprinzen auserkorene Salman die Regierungsgeschäfte übernommen; dessen Nachfolger als nächster Anwärter auf den Thron ist nun Prinz Muqrin. Mit 69 Jahren ist er fast zehn Jahre jünger als der neue Herrscher – ihm gehört die Zukunft.

          Zweifel, dass der 79 Jahre alte Salman in der Lage ist, Saudi-Arabien durch die turbulenteste Phase seiner Geschichte zu führen, bestehen seit längerem. Er soll gesundheitlich angeschlagen sein sowie nicht politische Format Abdullahs besitzen. Angesichts der Kriege in den Nachbarstaaten Jemen und Irak ist ein schwacher Führer jedoch das letzte, was das Königreich brauchen kann. Abdullah etwa hatte sich noch in den vergangenen Monaten mit aller Macht für eine Beilegung des Bruderstreits mit dem arabischen Golf-Rivalen Qatar stark gemacht. Inwieweit sich der junge Emir Tamim bin Hamad Al Thani auch der Autorität Salmans beugen wird, ist offen.

          Er gehörte zu den beliebtesten Monarchen in der Geschichte des islamischen Königreichs: König Abdullah.

          Hinzu kommen die Kriege in der unmittelbaren Nachbarschaft. Sowohl im Süden wie im Norden sieht sich das Königreich eingezwängt von Staaten, die immer tiefer in Chaos und Krieg versinken. Erst in der Nacht auf Freitag hatte Saudi-Arabiens Verbündeter im Jemen, Präsident Abd Habbo Mansour Hadi, seinen Rücktritt erklärt. Die komplette Übernahme der Macht durch die schiitisch-zaidistischen Houthi-Rebellen in Sanaa scheint nur eine Frage der Zeit. Als Sieger aus dem Machtkampf geht Riads regionaler Rivale um die Hegemonie im Mittleren Osten hervor – die Islamische Republik Iran. 1800 Kilometer Grenze teilen Saudi-Arabien und der Jemen.

          Nicht weniger bedrohlich ist die Lage an der Nordgrenze, wo Extremisten Anfang Januar erstmals einen Selbstmordanschlag verübten. Alle Versuche der Führung in Riad, sunnitische Stämme im Irak zu einem Bündnis gegen die Dschihadisten des „Islamischer Staats“ (IS) zu bewegen, sind im vergangenen halben Jahr gescheitert. Eine Antwort darauf, wie die ideologisch derselben illiberalen Islam-Auslegung folgende Terrorgruppe zurückgedrängt werden soll, hat das wahhabitische Herrscherhaus nicht. Dutzende IS-Gefolgsleute haben die Behörden in den vergangenen Monaten verhaftet.

          An der außenpolitischen Bindung an die Vereinigten Staaten dürfte sich durch das Ableben Abdullahs vorerst nichts ändern. Riad ist der stärkste arabische Verbündete Amerikas in der Luftallianz gegen die Terrorgruppe. Vizepräsident Joe Biden kündigte in der Nacht auf Freitag an, in den kommenden Tagen nach Saudi-Arabien zu fahren, um der Führung in Riad sein Beileid zu bekunden. „König Abdullahs Tod ist ein großer Verlust für sein Land“, sagte er. Präsident Barack Obama würdigte ihn als „aufrichtigen Führer“, der „couragiert“ für seine Überzeugungen eintrat.

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