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Qatar-Konflikt : Saudi-Arabien veröffentlicht Liste „terroristischer“ Organisationen

  • Aktualisiert am

Die Skyline der qatarischen Hauptstadt Doha Bild: AP

Saudi-Arabien und seine Verbündeten erhöhen den Druck auf Qatar, indem sie eine Liste mit angeblichen qatarischen Terrorunterstützern veröffentlichen. Auch der qatarische Fernsehsender Al Dschazira ist ihnen ein Dorn im Auge.

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          Saudi-Arabien und verbündete arabische Staaten haben eine schwarze Liste mit 18 Organisationen und Einzelpersonen veröffentlicht, die sie mutmaßlicher Verbindungen zum islamischen Extremismus und zu den Behörden im Golfemirat Qatar beschuldigen. In einer von der saudi-arabischen Nachrichtenagentur SPA am Dienstag verbreiteten Erklärung forderten die vier arabischen Staaten Qatar auf, gegen die „terroristischen“ neun Hilfs- und Medienorganisationen und neun Einzelpersonen vorzugehen.

          Auf der Liste stehen drei Organisationen mit Sitz im Jemen, sechs weitere sind in Libyen ansässig. Sie werden von den arabischen Staaten beschuldigt, Verbindungen zum Al-Qaida-Netzwerk zu unterhalten. Von drei Qatarern, drei Jemeniten, zwei Libyern und einem Kuweiter heißt es, sie seien an Spendenkampagnen zugunsten der Al-Nusra-Front und anderer „Terrormilizen“ in Syrien beteiligt.

          Saudi-Arabien stört sich an Al Dschazira in der Türkei

          Die vier Verfasser der Erklärung – Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrein und die Vereinigten Arabischen Emirate – hatten Anfang Juni die diplomatischen Beziehungen zu Qatar abgebrochen und Strafmaßnahmen gegen das Emirat verhängt. Zur Begründung hieß es, das Emirat unterstütze Gruppierungen wie die ägyptische Muslimbruderschaft, die palästinensische Hamas, die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und Al Qaida.

          Die vier Staaten verlangten von Qatar außerdem, seinen international präsenten Fernsehsender Al Dschazira und einen türkischen Militärstützpunkt auf seinem Staatsgebiet zu schließen. Qatar lehnt die Forderungen als Verletzung seiner Souveränität ab. Es erhält dabei Unterstützung von der Regierung in Ankara, die aber zugleich ihre Beziehungen zu den Ölscheichs in Saudi-Arabien nicht beschädigen will.

          Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan bemüht sich während seiner derzeitigen Reise nach Riad, Kuweit und Doha um eine Beilegung der Krise. Auch die Vereinigten Staaten versuchen, den Konflikt am Golf zu entschärfen. Mit Qatar unterzeichneten sie Mitte des Monats ein Abkommen zur Zusammenarbeit im Anti-Terror-Kampf.

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