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Nach Frauenfahrverboten : Saudi-Arabien lässt weitere prominente Frauenrechtlerinnen frei

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Dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman werden schon länger Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Bild: dpa

Saudi-Arabien hat überraschenderweise einige der Frauenrechtlerinnen freigelassen, die im vergangenen Jahr während Protesten im Zuge des Frauenfahrverbots inhaftiert wurden. Menschenrechtsorganisationen werfen dem Regime Folter vor.

          Ein Jahr nach ihrer Festnahme hat Saudi-Arabien weitere prominente Frauenrechtlerinnen vorübergehend aus dem Gefängnis entlassen. Hatun al Fasi, Amal al Harbi, Maisa al Mani und Abir Namankani seien bis zur Fortsetzung ihres Prozesses auf freien Fuß gesetzt worden, bestätigte ein Sprecher der Menschenrechtsgruppe ALQST am Freitag. Zudem gebe es unbestätigte Berichte, dass auch die Frauenrechtlerin Schadan al Anisi vorübergehend freigekommen sei. Eine offizielle Bestätigung aus Riad gab es dafür zunächst nicht.

          Saudi-Arabien hatte im vergangenen Mai zahlreiche Aktivisten festgenommen, die sich in dem Königreich für Frauenrechte einsetzen. Sie hatten unter anderem ein Ende des Frauenfahrverbots gefordert, das im vergangenen Jahr auch aufgehoben wurde.

          Gegen elf Angeklagte begann im März ein Prozess. Ihnen wird unter anderem eine Gefährdung der Sicherheit und Stabilität des Landes vorgeworfen. Drei von ihnen waren Ende März vorübergehend freigelassen worden, nun kamen mindestens vier weitere vorläufig auf freien Fuß. Wann das Gericht sie zur Fortsetzung des Verfahrens einbestellt, ist unklar.

          Nach Angaben der Menschenrechtsorganisationen Human Rights Watch und ALQST wurden vier Inhaftierte teils über Monate gefoltert. Saudi-Arabien weist die Vorwürfe zurück.

          Das islamisch-konservative Land geht unter Führung des jungen Kronprinzen Mohammed bin Salman mit harter Hand gegen Gegner vor. Der Thronfolger steht international auch wegen des brutalen Mordes an dem Journalisten Jamal Khashoggi in der Kritik.

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