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Mohammed bin Salman : Saudischer Kronprinz spricht Israel Existenzrecht zu

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Kronprinz Mohammed bin Salman Bild: dpa

Das Verhältnis zwischen Saudi-Arabien und Israel entspannt sich: Erstmals hat Kronprinz Mohammed bin Salman den Israelis das Recht auf einen Staat zugesprochen. Und spricht sogar von gemeinsamen Interessen.

          In einem überraschenden Schritt hat der saudiarabische Kronzprinz den Israelis das Recht auf ihr Land zugesprochen. Er sei der Überzeugung, dass „die Palästinenser und die Israelis das Recht auf ihr eigenes Land haben“, sagte Kronprinz Mohammed bin Salman dem amerikanischen Magazin „The Atlantic“ vom Montag.

          Langsame Annäherung

          Notwendig sei ein Friedensabkommen zwischen den Konfliktparteien, „um Stabilität für alle zu sichern und normale Beziehungen zu haben“.

          Bis heute unterhalten das ultrakonservative sunnitische Königreich Saudi-Arabien und Israel keine formellen diplomatischen Beziehungen. Hinter den Kulissen hat sich das Verhältnis zwischen den beiden Ländern in den vergangenen Jahren jedoch allmählich gebessert. Beide sehen den schiitischen Iran als eine Bedrohung an. Doch noch nie zuvor hatte ein derart hoher Vertreter Saudi-Arabiens Israel das Recht auf einen eigenen Staat zugesprochen.

          Bin Salman sagte in dem Interview, er habe keine „religiösen Vorbehalte“ dagegen, dass Israelis und Palästinenser Seite an Seite lebten, solange die wichtigste muslimische Stätte in Jerusalem, die Al-Aqsa-Moschee, geschützt werde. „Wir haben religiöse Sorgen um die heilige Moschee in Jerusalem und um die Rechte des palästinensischen Volkes. Aber wir haben nichts gegen irgendein anderes Volk.“

          Israel sei eine große und wachsende Wirtschaftsmacht und es gebe natürlich viele
          Interessen, die man miteinander teile, sagte Bin Salman. Wenn es Frieden geben würde, würde es viele gemeinsame Interessen zwischen Israel und dem Ländern des Golf-Kooperationsrats wie Ägypten und Jordanien geben.

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