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Saudi-Arabien : Eine Partei gegen den Kronprinzen

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Kritik wird mit brutalen Mitteln unterbunden: der saudische Kronprinz Mohammad Bin Salman (r.) in einer Aufnahme aus dem Jahr 2019 Bild: Reuters

Sechs Saudis haben im Exil eine Partei gegründet. Sie wollen, dass ihre Heimat zur Demokratie wird. Ein tollkühnes Unterfangen, denn nicht einmal im Ausland sind Kritiker des saudischen Kronprinzen Bin Salman sicher.

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          Madawi al-Rasheed lebt schon lange nicht mehr in Saudi-Arabien. Aber vor kurzem hatte sie etwas zu verkünden, was ihre alte Heimat unmittelbar betraf: Gemeinsam mit fünf anderen saudischen Landsleuten hatte sie im September eine Partei für das monarchisch regierte Land gegründet. In den sozialen Medien war die Aufregung groß. Viele Nutzer freuten sich über die – wenn auch nur aus dem Exil gegründete – „National Assembly Party“.  Viele Saudis teilten aus dem Ausland mit, dass sie beigetreten seien.

          Al-Rasheed steht in Opposition zur saudischen Königsfamilie. Die 58 Jahre alte Sozialanthropologin lebt in Großbritannien und ist Sprecherin der Partei. Ihre kritische Haltung hat der saudische Staat mit Ausbürgerung beantwortet. Nachdem sie 2005 im qatarischen Nachrichtensender Al Dschazira ein Interview gegeben und sich kritisch zur Königsfamilie geäußert hatte, wurde ihr die Staatsbürgerschaft entzogen. Ihrer alten Heimat fühlt sie sich trotzdem weiter verbunden. „Sie haben mir zwar die Staatsangehörigkeit weggenommen, aber eine Staatsangehörigkeit ist erst mal nur ein Stück Papier“, sagt sie.

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