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Saudi-Arabien : Der Nährboden des Terrors

Saudische Wanderprediger, die Hass verbreiten

Moscheen und Schulen sind die Hardware, um den Islam in die Welt zu exportieren. Saudi-Arabien versorgt diese Stätten auch mit Predigern und Pamphleten. Einer der bekanntesten saudischen Hassprediger, die das Königreich über viele Jahre auch nach Deutschland schickte, war Muhammad al Arifi, der auf Twitter elf Millionen Follower hat. Er darf nicht mehr in den Schengen-Raum einreisen, und so greift Saudi-Arabien auf andere Wanderprediger zurück, die Hass verbreiten. Nicht dem Dialog dient auch die Standardliteratur des wahhabitischen Islams, für deren Verbreitung Saudi-Arabien rund um den Erdball sorgt.

Seinen Radius erweitert das Königreich auch mit islamischen Satellitensendern und islamischen Websites, die überall verfügbar sind und den Nutzer nichts kosten. Damit beliefere Saudi-Arabien einen erheblichen Teil der Curricula der weltweiten islamischen Institutionen, beobachtete bereits vor Jahren der französische Islamismus-Fachmann Olivier Roy.

„Bei der Verbreitung des saudischen Islams spielt auch die Arbeitsmigration eine wichtige Rolle“, sagt Ulrike Freitag. Denn in Saudi-Arabien arbeiten zehn Millionen ausländische Bürger, und die meisten stammen aus muslimischen Ländern. Wenn sie zum Urlaub oder endgültig zurückkehren, bringen sie nicht nur Ersparnisse mit, sie verlangen von ihren Familien dann meist, sich wie in Saudi-Arabien „islamisch“ zu verhalten. Gebe es dann noch Angebote einer von Saudi-Arabien finanzierten Moschee, steige die Bereitschaft, den saudischen Islam zu übernehmen, sagt Freitag.

Saudische Ideologie nur schwierig auszutrocknen

Als Fahd Bin Abd al Aziz Al Saud im Jahr 1982 König wurde, galt er als ein Modernisierer. Seine erste öffentliche Rede hielt er aber in Medina, in der Islamischen Universität. Er brachte das Selbstverständnis des Königreichs auf den Punkt: „Die islamische Welt ist die strategische Fortsetzung Saudi-Arabiens.“ Um seine islamische Legitimation zu sichern, legte er sich statt „König“ den Titel „Hüter der beiden Heiligen Stätten“ zu, also Mekka und Medina.

König Fahd baute nicht nur prächtige Paläste. Er sorgte auch dafür, dass sich Saudi-Arabien in der islamischen Welt fortsetzte. So soll er den Bau von mindestens 1500 Moscheen finanziert haben, von 2000 Grundschulen, 200 höheren Schulen und 210 islamischen Kulturzentren. Eine Druckerei, die seinen Namen trug, druckte 138 Millionen Exemplare des Korans in mehr als 20 Sprachen. In Europa tragen diesen 16 „Akademien“. Das sind Schulen, in denen nach saudischen Lehrplänen unterrichtet wird.

Die „König-Fahd-Akademie“ in Bonn geriet als Anziehungspunkt für Extremisten nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ins Visier des Verfassungsschutzes. Eine Untersuchung ihrer Schulbücher erbrachte ein alarmierendes Ergebnis. Die „Akademie“ wird seither ausgetrocknet. Die Ideologie ist aber in der Welt und wird nicht so schnell aus dieser zu schaffen sein. Ebenso wie der IS, dessen Terror auf einer Mischung des saudischen Islams und Gewalt beruht.

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