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Sarkozy besucht Merkel : „Eine heilige Freundschaft“

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Kanzlerin Merkel begrüßt Sarkozy Bild: ddp

Bei seiner ersten Auslandsreise nach der Vereidigung zum neuen französischen Staatspräsidenten ist Nicolas Sarkozy von Bundeskanzlerin Angela Merkel empfangen worden. Sarkozy hatte zuvor in einer prunkvollen Zeremonie im Élysée-Palast das Amt des Staatspräsidenten übernommen.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den neuen französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy wenige Stunden nach dessen feierlichem Amtsantritt am Mittwochabend in Berlin mit militärischen Ehren empfangen. Beide unterstrichen, dass die deutsch-französische Zusammenarbeit von zentraler Bedeutung für beide Länder und für Europa sei. Merkel war ebenfalls noch am Tag ihrer Vereidigung im November 2005 zum Antrittsbesuch nach Paris gereist.

          „Ich möchte der deutschen Regierung und dem deutschen Volks sagen, dass für Frankreich die deutsch-französische Freundschaft heilig ist und dass nichts diese Freundschaft in Frage stellen kann“, sagte Sarkozy. Und weiter: „Nichts wird diese Freundschaft in Frage stellen.“ Merkel betonte, es gehe darum, Friede, Freiheit und Wohlstand in Europa und für so viele Menschen in der Welt wie möglich zu erhalten.

          Beide unterstrichen, dass sie sofort mit der gemeinsamen Arbeit für die Zukunft beginnen würden. Sarkozy gab zu, dass sein Land in der Reformarbeit in den letzten Jahren in Rückstand geraten sei und dass jetzt keine Zeit mehr verloren werden dürfe, vor allem weil auch der französische Wahlkampf Kräfte gebunden habe. Weiteres Warten und neuer Zeitverlust bringt nach Meinung Sarkozys keine Lösung, sondern birgt das Risiko, dass sich angestaute Probleme möglicherweise nicht mehr lösen lassen.

          Kanzlerin Merkel begrüßt Sarkozy Bilderstrecke
          Sarkozy besucht Merkel : „Eine heilige Freundschaft“

          Ambitioniertes Reformprogramm

          Merkel hob das Ziel hervor, bis zur Europawahl 2009 Europa auf eine neue vertragliche Grundlage zu stellen. Gemeinsame Herausforderungen stehen Merkel zufolge auch auf dem bevorstehenden EU-Russland-Gipfel nahe der südrussischen Metropole Samara an, zu dem sie an diesem Donnerstag reist. Diese sollten bei ihrem ersten Treffen mit Sarkozy ebenfalls erörtert werden.

          Der 52jährige Sarkozy steht für einen Aufbruch Frankreichs nach der zuletzt von Erstarrung geprägten Ära seines Vorgängers Jacques Chirac. Er ist 22 Jahre jünger als sein Vorgänger und nun der erste Präsident aus der Nachkriegsgeneration. Der Konservative hat ein ambitioniertes Reformprogramm vorgelegt und schon vor der Amtsübernahme mit Sozialpartnern die Umsetzung seiner Agenda eingeleitet.

          Regierung wird am Freitag präsentiert

          Sarkozy will seine neue Regierung am Freitag vorstellen. Das Kabinett soll demnach der ehemalige Bildungsminister François Fillon als Premierminister leiten. Der Sozialist Bernard Kouchner ist als Außenminister vorgesehen. Der frühere Premier Alain Juppé soll als Vizepremier Minister für Umwelt, nachhaltige Entwicklung, Energie und Verkehr werden. Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie soll das Innenministerium übernehmen und der Sarkozy-Getreue Brice Hortefeux ein neues Ministerium für Einwanderung und nationale Identität.

          Frankreichs zurückgetretener Premierminister Dominique de Villepin soll sein Amt am Donnerstag an seinen Nachfolger übergeben. Die Zeremonie ist für 11 Uhr im Pariser Hôtel Matignon, dem Amtssitz der Premierministers, angesetzt, wie es in Regierungskreisen hieß. Es gilt als sicher, dass Sarkozy den 53-Jährigen Fillon an die Spitze einer lagerübergreifenden Regierung setzen wird. Die Ernennung des neuen Premiers durch Sarkozy im Elysée-Palast muss noch vor der Amtsübergabe der Regierungschefs vollzogen werden.

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