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Manöver „Sapad-21“ : Moskau und Minsk proben einen „richtigen“ Krieg

Bildpropaganda: Diese Aufnahme des Manövers „Sapad-21“ gab das russische Verteidigungsministerium frei Bild: dpa

Angeblich 200.000 Soldaten, aber auffällig wenig Gerät werden zum gemeinsamen Militärmanöver Russlands und Belarus aufgeboten. Das Szenario ist diesmal explizit auf einen großen Krieg ausgerichtet.

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          An diesem Donnerstag endet die diesjährige Ausgabe von Sapad (Westen), dem alle vier Jahre stattfindenden Großmanöver Russlands mit Belarus. Insbesondere seit der Annexion der ukrainischen Krim 2014 wird es von den Nachbarstaaten beider Länder und von der NATO mit Sorge betrachtet. Besonders wird darauf geachtet, was geübt wird. Im Szenario von Sapad-2017 drangen „illegale bewaffnete Formationen“ mit „Unterstützung von außen“ in die russische Exklave Kaliningrad und nach Belarus ein und wurden mit vereinten Kräften beider Länder zurückgeschlagen. Offenbar ging es damals um den sogenannten Suwalki-Korridor zwischen Belarus und Kaliningrad. Russische Truppen könnten das Gebiet laut Befürchtungen der NATO rasch besetzen und die baltischen Staaten vom übrigen Bündnisgebiet abschneiden.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Schon bei Sapad-2017 kam der Aggressor notwendigerweise von Westen. Seinerzeit aber galten die Sorgen des belarussischen Machthabers Alexandr Lukaschenko weniger der NATO als vielmehr dem großen Verbündeten im Osten. Ständig stichelte Lukaschenko gegen Russland. Noch im Dezember 2019 bezeichnete er die NATO und den Westen als die „besten Garanten der belarussischen Souveränität“, da sie es nicht hinnehmen würden, wenn Russland die belarussische Souveränität verletze.

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