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San Bernardino : Reporter durchwühlen Wohnung der Attentäter

  • Aktualisiert am

Reporter in der Wohnung der Attentäter Bild: AP

Mehrere Reporter sind in die Wohnung von Syed Farook und seiner Frau Tashfeen Malik eingedrungen. Live auf Sendung zeigten sie persönliche Gegenstände in die Kamera. Auf Twitter hagelt es Kritik.

          Nach Live-Berichten mehrerer Journalisten aus der Wohnung der Attentäter von San Bernardino stehen die beteiligten Fernsehsender in der Kritik. Noch bevor die Bundespolizei FBI die Schießerei mit 14 Toten in Kalifornien offiziell als islamistischen „Terrorakt“ eingestuft hatte, waren im Fernsehen die Wohnverhältnisse der beiden Attentäter zu sehen gewesen. Der Eigentümer der Wohnung, in der das Ehepaar Syed Farook und Tashfeen Malik gewohnt hatte, brach die Polizeisiegel auf und ließ die Presse hinein. Dutzende Fotografen, Kameraleute und Neugierige durchwühlten daraufhin den Ort.

          Die Reporter zeichneten in der Wohnung Bilder des Ehepaares auf, das von der Polizei nach ihrer Attacke auf eine Sozialeinrichtung in San Bernardino am Mittwoch erschossen worden war. Die Kuscheltiere der sechs Monate alten Tochter wurden ebenso im Fernsehen gezeigt wie ein Gebetsteppich, Rechnungen der Familie, ein Führerschein, Konservenbüchsen und sogar der Inhalt des Papierkorbs.

          Eigentümer wurde überrollt

          Nach einem Bericht des Senders MSNBC hatte ein Journalist dem Eigentümer der Wohnung 1000 Dollar für den Zutritt bezahlt – die anderen Medienvertreter waren dann hineingedrängt. „Das ist das Chaos hier“, rief Eigentümer Doyle Miller aus, der von den Ereignissen offenbar überrollt wurde. In sozialen Medien im Internet gab es starke Kritik an den Journalisten, die an der Aktion beteiligt waren.

          Das FBI verteidigte sich gegen den Vorwurf, es habe die Wohnung nicht ausreichend abgeriegelt. Die Beamten hätten in weniger als 48 Stunden ihre Analysen in der Wohnung in Redlands nicht weit von San Bernardino entfernt abgeschlossen. Wenn ein Ort den Besitzern wieder überlassen werde, „dann ist das nicht mehr unser Problem, wer da reingeht“, sagte David Bowdich vom FBI in Los Angeles.

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