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Über 200 Migranten angekommen : Salvini wirft Malta „Abwälzung“ des Migrationsproblems vor

  • Aktualisiert am

Der italienische Innenminister Matteo Salvini Bild: AFP

Auf Sizilien sind am Samstagabend mehr als 200 Migranten angekommen. Die hätten eigentlich von der maltesischen Küstenwache gerettet werden müssen, kritisiert die italienische Regierung – und legt im Dauerstreit mit Malta nach.

          Italiens Innenminister Matteo Salvini macht Malta im schwelenden Konflikt um die Aufnahme von Bootsflüchtlingen abermals Vorwürfe. Auf Sizilien kamen am Samstagabend mehr als 200 Migranten an, die nach Angaben der italienischen Regierung eigentlich von der maltesischen Küstenwache hätten gerettet werden müssen. Valletta habe zwar die Koordination der Rettungsoperationen übernommen, versuche aber „wie üblich, die Migranten unserem Land anzuhängen“, schrieb Salvini am Samstag auf Facebook. Der Europäischen Union warf der Chef der rechtsnationalen Lega Unfähigkeit vor.

          Unter den 236 Menschen seien fünf Babys, sieben Kinder und fast 50 Frauen gewesen, teilte das italienische Innenministerium mit. Fast alle Flüchtlinge stammten aus Eritrea. Ein Tunesier und ein Libyer seien die Kapitäne gewesen, ihnen werde wahrscheinlich vorgeworfen, als Schleuser tätig gewesen zu sein. Nur den Frauen und Minderjährigen sei es erlaubt worden, von Bord zu gehen.

          Am Wochenende sind laut der italienischen Zeitung „Repubblica“ innerhalb von 24 Stunden etwa 400 Migranten an Italiens Küsten angekommen – zum ersten Mal, seit Salvini die Häfen für Flüchtlingsschiffe geschlossen hat, sei die Zahl ankommender Migranten wieder so hoch. Vor Crotone sei ein Schiff mit 79 Menschen, überwiegend aus Pakistan, aufgegriffen und in den Hafen begleitet worden, auf Lampedusa seien 82 Menschen angekommen.

          Am Wochenende starteten in Libyen und Marokko zahlreiche Schiffe, um über das Mittelmeer Europa zu erreichen. Auch die spanische und die maltesische Küstenwachen waren im Einsatz, um Migranten zu retten.

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