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Migrationskonferenz : Salvini sorgt für handfesten Eklat

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Bei einem informellen Ministertreffen hat der Italiener Salvini mit Aussagen über „neue Sklaven“ für Empörung gesorgt. Obwohl das Treffen hinter geschlossenen Türen stattfand, veröffentlicht er danach einen Videomitschnitt - ein Vertrauensbruch.

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          Das Treffen der EU-Minister in Wien sollte eigentlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Dass nun dennoch eine hitzige Auseinandersetzung zwischen dem italienischen Innenminister und dem Luxemburger Außenminister in die sozialen Medien gelangte, war einer Indiskretion Salvinis geschuldet. Er veröffentlichte auf seiner Facebookseite einen offenbar heimlichen Videomitschnitt der Begegnung.

          Mit Äußerungen zur Migration hatte Salvini zunächst Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn in Rage gebracht. Während Asselborn der Ansicht sei, Migration sei für das überalterte Europa aus demografischen Gründen nötig, unterstütze seine Regierung junge Italiener dabei, wieder mehr Kinder zu bekommen, sagte Salvini am Freitag bei einem Ministertreffen in Wien. Dies sei besser, als „neue Sklaven“ nach Europa zu holen.

          „Das geht zu weit“, empört sich Asselborn in dem Video. Der Chef der rassistischen Lega-Partei spricht dagegen unbeeindruckt weiter: „Wenn Sie in Luxemburg mehr Migration brauchen - ich für meinen Teil bevorzuge es, Italien den Italienern vorzubehalten“.

          Daraufhin unterbricht Asselborn den italienischen Vizeregierungschef mit scharfen Worten: „In Luxemburg haben wir zehntausende Italiener, mein Herr!“ Sie seien auf der Suche nach Arbeit gekommen, „damit Sie in Italien Geld für Ihre Kinder haben“, wettert Asselborn. Als ihm auch noch auf französisch ein „Scheiße noch mal“ herausrutscht, schiebt er auf deutsch ein „Entschuldigung“ hinterher.

          Dass das Thema Migration hitzige Debatten unter den Ministern auslöst, ist wenig verwunderlich. Dass allerdings ein offenbar heimlich angefertigter Videomitschnitt ohne Einwilligung der Beteiligten veröffentlicht wird, dürfte ein Novum sein. Und vielleicht ein Nachspiel haben. 

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