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Sahel-Zone : Viele Tote bei „Terrorangriff“ in Mali

  • Aktualisiert am

Malische Soldaten bewachen den Flughafen Mopti. Bild: AFP

Schwerer Rückschlag für die Friedensbemühungen in Mali: 49 Soldaten sind bei einem vermutlich terroristischen Angriff getötet worden, auch Frankreich beklagt den Verlust eines Soldaten.

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          Bei einem der schwersten Angriffe mutmaßlicher Islamisten auf einen Armee-Stützpunkt im Süden Malis sind mindestens 49 Soldaten getötet worden. Das teilte ein Regierungssprecher am Samstag mit. Die Behörden hatten zunächst von 53 getöteten Soldaten und einem getöteten Zivilisten gesprochen. Rund 20 Menschen überlebten.

          Nach Angaben der malischen Streitkräfte ist die Lage wieder unter Kontrolle. Der Angriff auf den Stützpunkt im Gebiet Indelimane an der Grenze zum Nachbarland Niger hatte am frühen Freitag stattgefunden. Zunächst bekannte sich niemand dazu, mittlerweile behauptet die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) verantwortlich für den Angriff zu sein. In einer in Onlinenetzwerken zirkulierenden Erklärung hieß es, „Soldaten des Kalifats“ hätten den Stützpunkt angegriffen. Malis Regierung verurteilte den Vorfall als „Terrorangriff“ und erklärte, in die betroffene Region sei Verstärkung geschickt worden, „um das Gebiet zu sichern und die Angreifer zu verfolgen“. Zuletzt waren Ende September und Anfang Oktober mindestens 38 malische Soldaten bei zwei Angriffen mutmaßlicher Islamisten auf zwei Armeestützpunkte nahe der Grenze zu Burkina Faso ums Leben gekommen.

          Dazu starb am Samstag nach Angaben aus Paris ein französischer Soldat in der Nähe von Ménaka. Wie der Elysée-Palast mitteilte, wurde der Gefreite durch eine am Straßenrand plazierte Bombe getötet. Laut französischer Armee bestand kein Zusammenhang mit der Tat vom Freitag.

          Die EU zeigte sich angesichts des jüngsten Angriffs solidarisch mit Mali und den Betroffenen. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Verwandten“, sagte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini am Samstag. Die EU stehe im Kampf gegen die Gewalt an der Seite der Regierung und des malischen Volkes. Die Stabilität Malis und der gesamten Sahelzone habe für die EU Priorität. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kondolierte dem gestorbenen Soldaten und kündigte an, dass er sich weiter entschlossen im Kampf um den Frieden in der Sahelzone einsetzen werde.

          In den Staaten der Sahelzone – einem Gebiet, das sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt – sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv, einige haben dem „Islamischen Staat“ oder Al Qaida die Treue geschworen. Vor allem in Mali sowie in den angrenzenden Ländern Burkina Faso und Niger kommt es immer wieder zu Angriffen und Anschlägen. Islamistische Gruppen hatten 2012 die Kontrolle über den Norden des Landes übernommen. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Islamisten zurück. Dennoch gibt es immer wieder Angriffe. In Mali beteiligen sich bis zu 1100 Bundeswehrsoldaten an dem UN-Stabilisierungseinsatz Minusma sowie an der Ausbildung malischer Soldaten.

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