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Sacharow-Preis für Tohti : Ein starkes Zeichen

  • -Aktualisiert am

Das EU-Parlament hat den chinesisch-uigurischen Regierungskritiker Ilham Tohti mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit ausgezeichnet. Bild: dpa

Das Interesse am Schicksal der Uiguren wächst. China musste die Existenz von Lagern zugeben. Jetzt hat auch das Europaparlament ein Zeichen gesetzt.

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          Das Europäische Parlament ist auf der Liste der Institutionen, die sich bei der chinesischen Regierung unbeliebt gemacht haben, ein Stück nach oben gerückt – und das ist eine gute Nachricht. Das Parlament hat dem uigurischen Ökonomen Ilham Tohti den Sacharow-Preis für geistige Freiheit verliehen.

          Tohti ist in den Augen der Regierenden ein böser Separatist. Dabei hat er sich lediglich dafür stark gemacht, den Dialog zwischen der uigurischen Bevölkerungsmehrheit in der Provinz Xinjiang und der han-chinesischen Bevölkerungsmehrheit in ganz China zu fördern.

          Aber Peking will mit den ethnischen Minderheiten keinen „Dialog“ führen. Die haben zu gehorchen. Und wenn es, wie leider in Xinjiang, zu Gewalt gekommen ist, wird die ganze ethnische Gruppe unter Generalverdacht gestellt.

          Das führt dann dazu, dass möglicherweise bis zu einer Million Menschen in Umerziehungslagern festgehalten werden – unabhängig davon, ob sie etwas Strafbares getan haben oder nicht. Dies immer wieder anzuprangern haben sich die Exil-Uiguren vorgenommen.

          In jüngster Zeit erfahren sie mehr Unterstützung als früher. Dadurch wurde Peking immerhin genötigt, die Existenz der Lager zuzugeben. Von einer allgemeinen Verbesserung der Lage kann freilich noch längst nicht die Rede sein. Aber mit seiner Preisverleihung an den inhaftierten Ilham Tohti hat das Europäische Parlament ein starkes Zeichen gesetzt.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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