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Krise im Libanon : Der Playboy geht von Bord

Saad Hariri kündigt seinen Rückzug an, im Hintergrund das Bild seines Vaters. Bild: EPA

Saad Hariri ist der erste Pate des libanesischen Machtkartells, der in der Krise das Handtuch wirft. Andere zeigen sich weniger skrupulös. Doch das Vakuum, das Hariri hinterlässt, könnte gefährlich werden.

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          Für den früheren libanesischen Ministerpräsidenten Saad Hariri hat Anfang dieser Woche wieder einmal die Stunde der Wahrheit geschlagen: Er erklärte seinen Rückzug aus der Politik. „Ich bin davon überzeugt, dass es im Lichte des iranischen Einflusses, der internationalen Verwirrung, der nationalen Spaltung, des aufflammenden Sektierertums und des Verfalls des Staates keinen Raum für gute Optionen für den Libanon gibt“, sagte Hariri, sichtlich erschöpft und aufgewühlt, unter einem großen Bild seines Vaters Rafik Hariri in seinem Haus in Beirut.

          Christoph Ehrhardt
          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Nun ist das so eine Sache mit der Wahrheit in der libanesischen Politik – oder mit den Rücktritten von Saad Hariri. Er war im Oktober 2019 als Regierungschef mit der Begründung abgetreten, andere machten es ihm unmöglich, das Land vor dem Untergang zu bewahren. Es verging kein Jahr, da meldete er sich als „natürlicher Kandidat“ für das Amt des Ministerpräsidenten zurück, um wiederum neun Monate später als designierter Ministerpräsident zurückzutreten. Hariri verabschiedete sich mit dem Worten: „Möge Gott dem Libanon helfen.“ Und er verließ das Land.

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