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Ruthenium über Europa : Die Atomwolke lichtet sich

Der Atomkomplex Majak auf einer undatierten Aufnahme Bild: dpa

2017 legte sich wie aus dem Nichts ein Schleier von radioaktivem Ruthenium über Europa. Keiner wollte es gewesen sein. Ein Team von Forschern sagt jetzt: Es gab ein Unglück in Russland.

          7 Min.

          Der Komplex Majak im südlichen Ural, wo Sibirien an Europa grenzt, ist eine der größten Nuklearanlagen der Welt. Reaktoren, eine Wiederaufbereitungsanlage für Brennelemente, Zwischenlager. 1957 geschah dort der bis dahin schlimmste Atomunfall der Geschichte. Es gab eine Explosion, elftausend Menschen mussten umgesiedelt werden. Auf der internationalen INES-Skala wurde der Vorfall in Kategorie sechs eingeordnet, die zweithöchste. Nur die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima übertrafen das später.

          Konrad Schuller
          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Inzwischen ist aus der Sowjetunion Russland geworden, und wieder liegt ein Schatten auf Majak. Ein internationales Team von 69 Wissenschaftlern aus 47 renommierten Institutionen bestätigt jetzt die schon vor einiger Zeit aufgekommene Vermutung, im Herbst 2017 habe es in der Wiederaufbereitungsanlage von Majak ein weiteres Atomunglück gegeben.

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