https://www.faz.net/-gpf-9phbf

Ruthenium über Europa : Die Atomwolke lichtet sich

Der Atomkomplex Majak auf einer undatierten Aufnahme Bild: dpa

2017 legte sich wie aus dem Nichts ein Schleier von radioaktivem Ruthenium über Europa. Keiner wollte es gewesen sein. Ein Team von Forschern sagt jetzt: Es gab ein Unglück in Russland.

          7 Min.

          Der Komplex Majak im südlichen Ural, wo Sibirien an Europa grenzt, ist eine der größten Nuklearanlagen der Welt. Reaktoren, eine Wiederaufbereitungsanlage für Brennelemente, Zwischenlager. 1957 geschah dort der bis dahin schlimmste Atomunfall der Geschichte. Es gab eine Explosion, elftausend Menschen mussten umgesiedelt werden. Auf der internationalen INES-Skala wurde der Vorfall in Kategorie sechs eingeordnet, die zweithöchste. Nur die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima übertrafen das später.

          Konrad Schuller
          (ul.), Politik

          Inzwischen ist aus der Sowjetunion Russland geworden, und wieder liegt ein Schatten auf Majak. Ein internationales Team von 69 Wissenschaftlern aus 47 renommierten Institutionen bestätigt jetzt die schon vor einiger Zeit aufgekommene Vermutung, im Herbst 2017 habe es in der Wiederaufbereitungsanlage von Majak ein weiteres Atomunglück gegeben.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Protektionismus der 1930er : „Ein bösartiges Produkt von Dummheit und Gier“

          Trumps Handelspolitik weckt Erinnerungen an die Weltwirtschaftskrise und den Protektionismus der dreißiger Jahre. Damals löste Herbert Hoover mit einem höchst umstrittenen Zollgesetz fatale Gegenreaktionen aus. Heute jedoch ist unser Wohlstand nicht von Amerika bedroht. Ein Gastbeitrag.
          Eine Erinnerung an unbeschwerte Zeiten

          Corona-Pandemie : Jetzt sind die Jungen dran

          Mehr als ein Jahr lang haben junge Leute auf vieles verzichtet, um die Alten vor Corona zu schützen. Das Land schuldet ihnen nun etwas.
          Bezahlbare Elektroautos: Sinkende Materialkosten und die zunehmende Nachfrage erklären die fallenden Preise. (Symbolbild)

          Neue Schätzungen : Elektroautos werden günstiger

          Vor allem der Preis ist eine große Hürde beim Kauf eines Elektroautos. Neue Berechnungen zeigen aber, dass der Aufschlag gegenüber Verbrennern in wenigen Jahren verschwinden könnte.