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Vorgehen gegen Medium : Wie Russland weiter in die Diktatur abgleitet

Roman Badanin, der Gründer von Projekt, dem im Jahr 2018 gegründeten Investigativportal, am 6. Oktober 2016 in Moskau Bild: AP

Zum ersten Mal haben die Moskauer Machthaber ein Medium als „unerwünschte Organisation“ eingestuft. Das Investigativportal Projekt hatte spektakuläre Recherchen zu Russlands Macht- und Geldverhältnissen veröffentlicht.

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          Es ist eine neue Wegmarke in Russlands Abgleiten in die Diktatur: Erstmals haben die Moskauer Machthaber ein Medium als „unerwünschte Organisation“ eingestuft, verbieten ihm damit faktisch die journalistische Arbeit. Betroffen ist Projekt, ein 2018 gegründetes Investigativportal. Seine Website, Proekt.media, die am Freitag noch aufzurufen war, bietet mittlerweile Dutzende Enthüllungen über die Macht- und Geldverhältnisse in Russland.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          So schildert der jüngste, am Donnerstag veröffentlichte Bericht, wie ein Politiker und Geschäftsmann aus dem sibirischen Irkutsk unter Gesetzesverstößen Taiga-Holz an europäische Möbelunternehmen wie IKEA verkaufe. Indes wurde in den Mutmaßungen darüber, was den Ausschlag gegeben haben könnte, warum Projekt nun „unerwünscht“ sein soll, an spektakulärere Veröffentlichungen erinnert.

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