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Nach Vorwürfen von Bloggern : Moskau verteidigt seine Kommandeure

Eine von russischen Luftangriffen beschädigte Schule in der Stadt Awdijiwka im Gebiet Donezk (Aufnahme vom Montag) Bild: Reuters

Das Verteidigungsministerium in Moskau bestreitet Berichte, wonach in einer erfolglosen Offensive in der Ostukraine Hunderte Soldaten gefallen sind. Kiew wirft den Besatzern in Cherson derweil Plünderungen vor.

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          Das russische Verteidigungsministeri­um hat Berichte russischer Militärblogger dementiert, wonach in einer erfolglosen Offensive im Ort Pawliwka im ostukrainischen Gebiet Do­nezk Hunderte Soldaten einer Einheit gefallen sein sollen. Aussagen der Blogger, die 155. Marinebrigade der Pazifikflotte habe „hohe, sinnlose Verluste an Mensch und Material“ erlitten, seien falsch, erklärte das Ministerium am Montag. Vielmehr sei die Einheit in den vergangenen zwei Wochen bis zu fünf Kilometer weit hinter die ukrainischen Verteidigungslinien vorgedrungen. Das Mi­nis­terium in Moskau wies zudem Vorwürfe zurück, dass sich die Kommandeure der Bri­gade als inkompetent erwiesen hätten. Dank der Kommandeure beliefen sich die Verluste auf nicht mehr als ein Prozent der Kampfstärke, so das Ministerium.

          Niklas Zimmermann
          Redakteur in der Politik.

          Der britische Geheimdienst geht davon aus, dass es Russland auch in den kommenden Monaten nicht gelingen wird, die Lufthoheit über der an­gegriffenen Ukraine zu erlangen. Die russischen Verluste an Kampfflugzeugen überstiegen wahrscheinlich bei Weitem die Kapazität, neue Flugzeuge herzustellen, heißt es in einem Lagebericht. Die Zeit, die für die Ausbildung kompetenter Piloten benötigt wird, schränke die russischen Möglichkeiten zu­sätzlich ein.

          Die Ukraine wirft russischen Truppen vor, verlassene Häuser in der besetzten südukrainischen Gebietshauptstadt Cherson zu plündern. Während die Bewohner gewaltsam vertrieben worden seien und Russland von „Evakuierung“ spreche, raubten die Offiziere des russischen Militärs und des Geheimdienstes FSB die Häuser aus, schrieb der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak auf Twitter. Die russischen Besatzer hatten vergangene Woche ei­nen möglichen militärischen Rückzug aus den Gebieten westlich des Flusses Dnipro angedeutet. Ukrainische Stellen hingegen hatten von der „Illusion“ eines russischen Rückzuges gesprochen.

          Nordwestlich der südostukrainischen Stadt Mariupol sind laut einer vom britischen Sender BBC beauftragten Analyse von Satellitenbildern rund 1500 neue Gräber in einem Gräberfeld ausgehoben worden. Seit Beginn der russischen Invasion im Februar seien in dem Feld mehr als 4600 Gräber entstanden. Augenzeugen in Mariupol be­richteten der BBC, sie hätten gesehen, wie die russischen Besatzer in den vergangenen Monaten Leichen aus den Trümmern zerstörter Gebäude geholt und abtransportiert hätten.

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