https://www.faz.net/-gpf-a902k

Putin und die Pandemie : Russlands versteckte Corona-Tote

„In der EU herrscht Zusammenbruch“: Präsident Putin am Mittwoch im Kreml Bild: AFP

Präsident Wladimir Putin lobt den russischen Umgang mit der Corona-Pandemie, zumal im Vergleich zum Westen. Doch die enorme Übersterblichkeit lässt das Schlimmste befürchten.

          4 Min.

          Für Russlands Präsidenten ist der Umgang mit der Corona-Pandemie Anlass zu Stolz. In der EU und in den Vereinigten Staaten herrsche „einfach Zusammenbruch“, sagte Wladimir Putin vor kurzem. Russland stehe viel besser da: Dort sei die Gesundheitsversorgung „für die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung“ auf hohem Niveau, im Westen nur „für eine bestimmte Öffentlichkeit“. Putins Eindruck könnte teilen, wer nur auf die Angaben des „Operativen Stabs“ schaut, Russlands Regierungsstelle zum Kampf gegen das Coronavirus.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Demnach starben in Russland (einschließlich der annektierten ukrainischen Krim) im Jahr 2020 insgesamt rund 57.000 Menschen an Covid-19; im Verhältnis zur Bevölkerungszahl wären das deutlich weniger als in anderen Ländern. Aber der Stab zählt nur Fälle mit Covid-19 als Haupttodesursache. Dieser restriktive Ansatz widerspricht Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Seit langem versuchen Fachleute und Journalisten, die wahren Auswirkungen der Pandemie in Russland zu entschlüsseln. Immer klarer wird, dass Putin keinen Grund zum Prahlen hat.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          F.A.Z. PLUS:

            F.A.Z. digital

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Mit Sack und Pack: Amerikanische Soldaten in Afghanistan.

          Abzug aus Afghanistan : Augen zu und raus

          Präsident Bidens Ankündigung, aus Afghanistan abzuziehen, stellt die Nato-Partner vor vollendete Tatsachen. Aber aus amerikanischer Sicht ist das Zeitalter der Antiterrorkriege vorbei. Die strategischen Interessen liegen woanders.