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Russische Kriegstaktik : Ein Gegner wie aus dem 20. Jahrhundert

Ein zerstörter Panzer in Mariupol am 30. März 2022 Bild: AFP

Die Schlacht um Kiew konnte die Ukraine mit mobilen, kleinen Waffen gewinnen. Im Donbass aber kämpft Russland wie eine Armee der Vergangenheit. Die NATO ist auf ein solches Szenario nicht mehr vorbereitet.

          6 Min.

          Russische Truppen greifen einen NATO-Verband am Nordkap an. Ein Schwarm autonomer, mit Künstlicher Intelligenz ausgestatteter Kampfdrohnen schaltet dessen Flaggschiff aus, den britischen Flugzeugträger HMS Queen Elizabeth, eine Hyperschallrakete versenkt ihn schließlich. Zur selben Zeit brechen in Europa Computernetze zusammen, Medien werden mit Falschmeldungen geflutet, Haushaltsgeräte explodieren – der Informationskrieg hat begonnen. Kurz darauf marschieren die Russen mit 120.000 Mann im Baltikum ein und besetzen es, bevor die Allianz dort auch nur annähernd genug Truppen zusammengezogen hat. Nach 13 Tagen ist der Krieg vorüber. Präsident Putin lässt sich als Held feiern, die NATO dagegen ist am Ende.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Mit diesem Schreckensszenario beginnt ein aktuelles Buch über den Krieg der Zukunft, geschrieben von zwei amerikanischen Generälen im Ruhestand und einem Wissenschaftler. Sie verlegen den Schrecken ins Jahr 2030 und werben eloquent für einen neuen Kurs in Rüstung und Verteidigung, der ein solches Fiasko verhindert. Der Krieg der Zukunft, davon sind die drei Autoren, angesehene Fachleute, überzeugt, wird ganz anders sein als der Krieg der Vergangenheit. Er wird im Weltall und im Cyberspace genauso geführt wie im Feld. Nicht wer das größte Schiff oder die meisten Panzer hat, gewinnt ihn, sondern derjenige, der rechtzeitig in die neuen, disruptiven Technologien investiert.

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