Russlands Außenminister Lawrow :
Mal Westler, mal nicht

Von Michael Ludwig, Moskau
Lesezeit: 5 Min.
Verhandlungstür geöffnet: Russlands Außenminister Sergej Lawrow am vergangenen Montag bei Gesprächen mit seinem syrischen Kollegen Walid al-Mouallem in Moskau
Ob Russland sich von Amerika abwendet oder auf den Kontrahenten zugeht: Außenminister Sergej Lawrow ist dabei. Mit seinen Verhandlungen im Syrien-Konflikt hat er Amerika die Schau gestohlen - und wird in Russland als Friedensmakler gefeiert.

Manchmal ist Russlands Außenminister Sergej Lawrow, der durch seinen Sport, das „Wildwasserrafting“, auf schnelle Reaktionen getrimmt ist, auch in der Diplomatie so flink, dass es einem die Sprache verschlägt. Wie am Montag, als er mit seiner Antwort auf die Äußerung des amerikanischen Außenministers John Kerry die Weltöffentlichkeit überraschte. Kerry hatte gesagt, es sei nicht auszuschließen, dass Syrien einem amerikanischen Militärschlag entgehen könne, wenn Präsident Assad seine chemischen Waffen aushändige und eine totale Bestandsaufnahme genehmige. Lawrow reagierte blitzschnell: Russland fordere die syrische Regierung auf, seine Chemiewaffen unter internationale Kontrolle zu stellen und zu vernichten. Die Ticker liefen heiß, Lawrow wurde zum Helden der Schlagzeilen.

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