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Nach Drohnenabschuss : Russland stellt sich hinter Iran

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Nikolai Patruschew, Sekretär des Sicherheitsrates von Russland, und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Montag in Jerusalem. Bild: dpa

Es gebe Beweise, dass die Vereinigten Staaten den iranischen Luftraum verletzt hätten. Der amerikanische Sicherheitsberater Bolton bezeichnete Iran dagegen als „Quelle von Kriegslust und Aggression“.

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          Im Streit um den Abschuss einer amerikanischen Aufklärungsdrohne durch Iran stellt sich Russland hinter die Führung der Islamischen Republik. Es gebe Beweise, dass die Amerikaner den iranischen Luftraum verletzt hätten, sagte der russische Sicherheitsberater Nikolai Patruschew am Dienstag bei einem Treffen mit seinen amerikanischen und israelischen Kollegen in Jerusalem. Das Verteidigungsministerium in Moskau habe ihm diese Information gegeben.

          Die Sicherheitsberater von Israel, Russland und Amerika trafen sich erstmals in Jerusalem. Dabei ging es um das Kriegsland Syrien und Iran. Patruschew sagte der Agentur Tass zufolge: „Alle Versuche, Teheran als Hauptbedrohung der regionalen Sicherheit darzustellen, und Iran in einer Reihe mit dem IS oder anderen Terrorgruppen zu nennen, sind für uns inakzeptabel.“ Iran sei ein wichtiger Partner und Verbündeter für Russland.

          Die seit Monaten andauernden Spannungen zwischen Iran und Amerika hatten sich Ende der Woche gefährlich zugespitzt. Iran hatte am Donnerstag eine Drohne abgeschossen. Das amerikanische Militär hatte daraufhin bereits einen Militärschlag gegen Teheran vorbereitet, den Präsident Donald Trump aber nach seinen Worten in letzter Minute stoppte. Am Montag verhängte Washington neue Sanktionen gegen das Land.

          Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte mit Blick auf den seit mehr als sieben Jahren andauernden Krieg im Nachbarland Syrien: „Wir drei würden gerne ein friedliches, stabiles und sicheres Syrien sehen (...). Wir haben auch ein gemeinsames Ziel: Dass keine ausländischen Truppen, die nach 2011 nach Syrien gekommen sind, in Syrien bleiben.“

          Russland und Iran unterstützen in Syrien den Regierungschef Baschar al-Assad, die Vereinigten Staaten stehen auf der Seite der Opposition. Moskau forderte Washington wiederholt auf, die amerikanischen Truppen aus dem Land abzuziehen. Israel verlangte wiederum einen Abzug aller iranischen Kräfte aus Syrien. Netanjahu betonte, dass Israel bereits „Hunderte Male“ gegen Waffenlieferungen an seine Erzfeinde vorgegangen sei und dagegen, dass sich der Iran im Nachbarland Syrien militärisch etabliere.

          Der israelische Präsident Benjamin Netanyahu trifft in Jerusalem auf die Sicherheitsberater von Russland und Amerika – Nikolai Patrushev, und John Bolton.

          Der amerikanische Sicherheitsberater John Bolton griff Iran scharf an. „Im ganzen Nahen Osten sehen wir Iran als die Quelle von Kriegslust und Aggression“, sagte Bolton. „Wir versammeln uns zu einem besonders kritischen Moment, während das radikale Regime  Irans und seine terroristischen Stellvertreter sich an noch mehr Runden gewaltsamer Provokationen im Ausland beteiligen.“ Währenddessen breche im Iran die Wirtschaft zusammen.

          Die amerikanische Regierung will eine weltweite Koalition gegen die Führung in Teheran aufbauen. Bolton verwies auf die Drohung Irans, Uran stärker anzureichern, als es der Atomdeal erlaube – und den Grenzwert bereits am 27. Juni zu überschreiten. Er betonte allerdings, man sei offen für Gespräche mit der Islamischen Republik.

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