https://www.faz.net/-gpf-8qsrs

Whistleblower : Russland verlängert Snowdens Visum

  • Aktualisiert am

Ein Snowden-Fan in Berlin fordert für den Whistleblower Asyl in Deutschland (Bild von 2014). Bild: AFP

Der amerikanische Whistleblower Edward Snowden darf weitere zwei Jahre in seinem russischen Asyl bleiben. Das verlautet aus dem Außenministerium in Moskau.

          1 Min.

          Russland hat die Aufenthaltserlaubnis des geflohenen Whistleblowers Edward Snowden um zwei Jahre verlängert. Das bestätigte die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Mittwoch auf ihrer Facebook-Seite. Der Kreml lehnte eine weitere Stellungnahme ab. Die bisherige Aufenthaltsgenehmigung des früheren amerikanischen Geheimdienstmitarbeiters war bis August 2017 gültig.

          Die Bekanntgabe der Visumsverlängerung folgte der Entscheidung des amerikanischen Präsidenten Barack Obama, die Haftstrafe der Wikileaks-Informantin Chelsea Manning drastisch zu verkürzen. Snowden fand hingegen nicht Obamas Gnade.

          „Rechtlich nicht zu beanstanden“

          Snowden hatte unter anderem die sehr weitgehenden Überwachungspraktiken des amerikanischen Militärgeheimdienstes NSA öffentlich gemacht. Er lebt nach einer abenteuerlichen Flucht seit Juni 2013 an einem geheimen Ort in Russland. Die Vereinigten Staaten fordern seine Auslieferung wegen Geheimnisverrats. Russland lehnt eine Abschiebung jedoch ab. Dem 33-Jährigen droht in seiner Heimat eine Haftstrafe.

          Unmittelbar nach dem Wahlsieg Donald Trumps hatte Snowdens Anwalt Anatoli Kutscherena betont, dass sich Moskau auch nach einer möglichen Verbesserung der russisch-amerikanischen Beziehungen nicht auf eine Abschiebung einlassen werde. Der dem Kreml nahe stehende Jurist sagte, die Aufenthaltsgenehmigung sei „rechtlich nicht zu beanstanden“.

          Snowden gratulierte Chelsea Manning, die der scheidende Präsident Barack Obama zwei Tage vor Ende seiner Amtszeit begnadigt hatte. Manning hatte der Plattform Wikileaks Hunderttausende geheime Dokumente zugespielt. Sie war zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. „In fünf Monaten bist du frei. Danke für alles, was du getan hast, Chelsea. Bleib noch eine Weile stark!“, twitterte Snowden am Dienstagabend. Manning soll das Gefängnis am 17. Mai 2017 verlassen dürfen.

          Weitere Themen

          SPD will Hartz IV hinter sich lassen Video-Seite öffnen

          Dreyer auf Bundesparteitag : SPD will Hartz IV hinter sich lassen

          Die SPD will mit ihrem Sozialstaatskonzept den innerparteilichen Dauerstreit über die Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010 beenden. Das verkündete Rheinland-Pfalz’ Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei ihrer Rede auf dem Bundesparteitag.

          Topmeldungen

          Weltklimakonferenz : Das Gerangel um die Emissionsrechte

          Klimaschutz braucht klare, gemeinsame Regeln. Sie zu finden fällt Deutschland, Amerika und den anderen Teilnehmern der UN-Klimakonferenz schwer – vor allem, wenn es um viel Geld geht.
          In eine neue Zukunft? Das neue SPD-Führungsduo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans

          Neue SPD-Spitze : Zwei Neulinge, viele Helfer

          Die SPD hat eine koalitionskritische Hinterbänklerin und einen Polit-Pensionär an die Spitze gewählt. Aber der Rest der Führung besteht aus Parteiprofis, die überwiegend regieren wollen. Wer sind sie? Eine Analyse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.