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Verstoss gegen INF-Vertrag : Russland verfügt über mehr Raketen als bislang bekannt

Eine russische Cruise Missile des Typs Iskander-K (Nato-Code SSC-7) startet während des Großmanövers Zapad 2017. Von der neuen SSC-8 gibt es kein Foto, aber es soll sich um eine Weiterentwicklung dieser Rakete handeln. Bild: Picture-Alliance

Nach Erkenntnissen der Amerikaner hat Russland mehr Raketen stationiert als bislang bekannt. Künftig will Washington Russland zwar eigene Marschflugkörper in Europa entgegenstellen, aber ohne Atombomben.

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          Ein paar Tage lang konnte es so aussehen, als schafften die Russen endlich, was ihnen in den vergangenen Jahren nicht gelungen war: Streit und Zwietracht in der Nato zu säen. Die Amerikaner kündigten den INF-Vertrag, der Mittelstreckenwaffen abgeschafft hatte, damit sie selbst wieder welche entwickeln können. Und die Ersten, die sie haben wollten, waren die Polen. Es liege im europäischen Interesse, „dass amerikanische Truppen und auch Atomraketen auf dem Kontinent stationiert sind“, zitierte der „Spiegel“ Außenminister Jacek Czaputowicz. Sodann meldeten sich CDU-Außenpolitiker zu Wort. Sie wollten nichts ausschließen, einer brachte sogar schon einen neuen Nato-Doppelbeschluss ins Gespräch.

          Thomas Gutschker
          (T.G.), Politik

          Zur Erinnerung: Das war 1979 die Entscheidung der Allianz, nukleare Mittelstreckenwaffen in Westeuropa zu stationieren und zugleich mit Russland über Abrüstung zu verhandeln. Die SPD hält heute so wenig davon wie damals – und so war die Koalition gleich um einen Streit reicher. Außenminister Heiko Maas bekam schwere Vorwürfe zu hören, weil er sich in Interviews gegen eine Nachrüstung wandte. Ist er ein Spalter, der Deutschland auf einen Sonderweg führt, wie ihm CDU-Leute sogleich vorhielten? Nein, Maas wusste nur mehr als seine Kritiker.

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