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Drohnenangriffe in Russland : Die Kritik am Verteidigungsministerium wächst

Rauch steigt am 6. Dezember 2022 vom Flughafen Kursk auf. Das Bild wurde von der Verwaltung der russischen Region Kursk veröffentlicht. Bild: AP

Innerhalb von zwei Tagen wurden drei strategisch wichtige Ziele in Russland angegriffen. Moskau beschuldigt die Ukraine. Ein Duma-Abgeordneter fordert, die Verantwortlichen im Ministerium zu befragen.

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          Nach drei Drohnenangriffen binnen zweier Tage auf strategisch wichtige Ziele in den russischen Gebieten Saratow, Rjasan und Kursk regt sich in Moskau neuer Unmut über das russische Militär. Solche Angriffe geschähen aufgrund des „völligen Tabus“, das Verteidigungsministerium zu befragen, sagte der Duma-Abgeordnete Nikolaj Kolomejzew von den scheinoppositionellen Kommunisten. „Denn als nächstes kommt Moskau. Wir wollen keine Panik säen, aber wir denken, dass man die bevollmächtigten Personen befragen muss.“

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Das Verteidigungsministerium hatte am Montagabend mitgeteilt, dass „das Kiewer Regime“ am Morgen die Luftwaffenstützpunkte Engels im Gebiet Saratow sowie Djagiljewo nahe Rjasan mit Drohnen „sowjetischer Herstellung“ angegriffen habe. Ziel sei gewesen, russische Langstreckenbomber außer Gefecht zu setzen. Die „in niedriger Höhe fliegenden“ Drohnen seien abgefangen worden.

          Doch seien zwei Flugzeuge durch Trümmer „unbedeutend beschädigt“, drei Soldaten getötet und vier weitere verwundet worden. „Ungeachtet der Versuche des Kiewer Regimes, mit einem Terroranschlag die militärische Arbeit der russischen Langstreckenluftwaffe zu vereiteln“, habe man dem Militär, der Kommunikation und der Energieversorgung der Ukraine einen „massiven Schlag“ versetzt, hieß es weiter mit Blick auf die russischen Angriffe auf ukrainische Städte am Montag.

          Strategische Versäumnisse

          Vor dem Hintergrund, dass mit Engels „der Hauptstützpunkt unserer strategischen Bomber so einfach anzugreifen ist“, fragte der Abgeordnete Kolomejzew, worum sich eigentlich der Geheimdienst FSB, das Innenministerium und die Nationalgarde kümmerten. Auch das britische Militär vermutete auf Twitter, dass Russland die Angriffe zu den „strategisch bedeutsamsten Versäumnissen“ seiner Abwehr seit Beginn der Invasion in der Ukraine zählen werde.

          Zudem hob London hervor, dass Engels mehr als 600 Kilometer von ukrainisch kontrolliertem Gebiet entfernt sei und dort mehr als dreißig Langstreckenbomber stationiert seien. Diese seien Teil von Russlands nuklearer Abschreckung, aber auch für Angriffe auf die Ukraine mit konventionellen Marschflugkörpern genutzt worden.

          Die Rückschläge für die russische Flugabwehr gingen am Dienstag weiter. Die Behörden des Kursker Gebiets, das an die Ukraine grenzt, meldeten am Morgen einen Drohnenangriff auf einen Flugplatz. Ein Benzintank sei in Brand geraten. Bilder zeigten Explosionen. Der Flugplatz wird von russischen Kampfflugzeugen benutzt. Trotzdem werden solche Angriffe – die Kiew nicht direkt zugibt – in Moskau als „Terror“ bezeichnet. So sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow am Dienstag, die „Fortsetzung solcher Terroranschläge ist natürlich ein Gefährdungsfaktor“. Man ergreife „die nötigen Maßnahmen“.

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