https://www.faz.net/-gpf-aifqo

Geplanter Demokratie-Gipfel : Russland und China kritisieren „Kalter-Krieg-Mentalität Amerikas“

  • Aktualisiert am

Der amerikanische Präsident Joe Biden am 3. November im Weißen Haus Bild: AP

Die Botschafter Chinas und Russlands in Amerika haben den von Präsident Joe Biden geplanten Demokratie-Gipfel, zu dem die beiden Länder nicht eingeladen sind, scharf kritisiert. Er werde neue „Trennlinien“ schaffen.

          1 Min.

          In einem gemeinsamen Meinungsbeitrag haben die Botschafter Chinas und Russlands in den Vereinigten Staaten den vom amerikanischen Präsidenten Joe Biden geplanten Demokratie-Gipfel scharf kritisiert. Das Gipfel-Vorhaben sei „offensichtlich das Produkt der Kalten-Kriegs-Mentalität“ Amerikas, schrieben die Diplomaten Qin Gang und Anatoly Antonow in dem am Freitag auf der konservativen Website The National Interest veröffentlichten Beitrag. Die Veranstaltung werde neue „Trennlinien“ zwischen den Ländern der Welt schaffen.

          Demokratie könne „auf unterschiedliche Weise realisiert“ werden, schrieben die Botschafter. Es gebe „kein Modell“, das für alle Länder passend sei. Der von Biden geplante Demokratie-Gipfel soll vom 9. bis 10. Dezember als virtuelle Veranstaltung stattfinden. Eingeladen sind die Vertreter von etwa 110 Ländern – China und Russland gehören nicht dazu. 

          Besonders erbost ist China über die Einladung Taiwans zu dem Gipfel. Peking betrachtet die Pazifikinsel als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll - notfalls mit Gewalt. Ebenfalls auf der Gästeliste für den Gipfel stehen Länder, deren Regierungen Angriffe auf die Demokratie vorgeworfen werden, etwa Brasilien, Indien und Pakistan. Der EU-Staat Ungarn und das Nato-Mitglied Türkei sind hingegen nicht eingeladen. 

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sinnbild für einen narzisstischen Chef: Michael Douglas als Gordon Gekkoim Film „Wall Street“

          Narzissmus im Job : Wenn der Chef nur sich selbst liebt

          Der Vorgesetzte ist dominant, leicht kränkbar oder cholerisch? Schnell liegt der Verdacht einer Persönlichkeitsstörung in der Luft. Doch schwierige Chefs sind nicht immer gleich Narzissten.
          Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB)

          Anleihekäufe : Die EZB bleibt im Krisenmodus

          Die jüngsten Beschlüsse zu den Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank sind rechtlich bedenklich und strategisch äußerst ungeschickt, schreiben die Gastautoren Laus Adam und Hans Peter Grüner.
          Im Parlamentarischen Rat vor Gründung der Bundesrepublik Deutschland war die Zentrumspartei 1948 noch vertreten.

          Comeback nach 64 Jahren : Die Zentrumspartei ist wieder da

          Ein früherer AfD-Abgeordneter beschert der Partei nach 64 Jahren die Rückkehr in den Bundestag. Die älteste deutsche Partei war das politische Sprachrohr der Katholiken im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Wofür steht sie heute?