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Russlands Außenminister : „Waren dem amerikanischen Volk immer freundschaftlich gesonnen“

  • Aktualisiert am

Gute Freunde? Russlands und Amerikas Außenminister Lawrow und Tillerson im Mai im amerikanischen Außenministerium Bild: EPA

Der russische Außenminister beklagt die mangelnde Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten. Die Äußerungen kommen nach der amerikanischen Forderung, Konsulate zu schließen.

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           Im diplomatischen Streit mit den Vereinigten Staaten hat Russland seine Bereitschaft zu Kompromissen bekräftigt. „Wir suchen keinen Streit mit diesem Land, wir waren dem amerikanischen Volk immer freundschaftlich gesonnen“, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Freitag vor Studenten in Moskau. Russland wolle eine konstruktive Zusammenarbeit.

          „Aber wie Sie wissen, braucht man zwei für einen Tango. Bislang scheint mir, dass unsere Partner immer wieder einen individuellen Breakdance aufführen“, sagte Lawrow der Agentur Interfax zufolge in der Diplomaten-Kaderschmiede MGIMO zum Semesterbeginn. Russland werde weiter auf gegenseitigen Respekt setzen und nach Kompromissen suchen.

          Die Vereinigten Staaten hatten in dem Streit die Regierung in Moskau am Donnerstag aufgefordert, ihr Konsulat in San Francisco bis spätestens Samstag zu schließen. Das teilte das amerikanische Außenministerium in Washington mit. Zudem wurde Russland aufgefordert, eine diplomatische Kanzlei in Washington und eine konsularische Abteilung in New York zu schließen.

          „Aktion ungerechtfertigt“

          Washington reagierte damit auf den Schritt Russlands, 755 amerikanische Diplomaten auszuweisen. Die Aufforderung der Vereinigten Staaten diene nun dem Ziel, die diplomatischen Kapazitäten anzugleichen, nachdem Washington die Forderung Moskaus umgesetzt hätten.

          Die betroffenen russischen Einrichtungen in Washington und New York beherbergen derzeit nach Angaben aus dem Außenministerium die Mitarbeiter der Wirtschaftsabteilung. Sie dürften in dem Land bleiben, müssten aber anderweitig untergebracht werden. In den jeweiligen Gebäuden dürften nur noch Wartungsarbeiten durchgeführt werden, diplomatischer Betrieb sei nicht mehr erlaubt.

          „Wir glauben, dass diese Aktion ungerechtfertigt und nachteilig für die Beziehungen beider Länder war“, heißt es in einer Stellungnahme von Ministeriumssprecherin Heather Nauert in Bezug auf die Ausweisung von amerikanischen Diplomaten.

          Unklar blieb in der Ankündigung, wie viele russische Diplomaten von den Schließungen betroffen sind. Fest steht, dass drei Konsulate im jeweils anderen Land bleiben. Die Vereinigten Staaten hätten jedoch auf eine volle Angleichung verzichtet, um die Abwärtsspirale zu stoppen.

          Lawrow: Russland hat damit nicht angefangen

          Die Reaktion aus Moskau folgte prompt: Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, dass er die neuerliche Eskalation bedauere. Russland habe damit nicht angefangen, betonte der Chefdiplomat laut einer Mitteilung seines Ministeriums in einem Telefonat mit seinem Amtskollegen Rex Tillerson am Donnerstag.

          Moskau werde die Maßnahmen prüfen und über eine Reaktion entscheiden. Tillerson habe Lawrow angerufen, um ihn vorab zu informieren, dass Washington eine Schließung des russischen Konsulats in San Francisco verlange, hieß es in der Mitteilung.

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