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Russland : Putin: Lagerhaft für Pussy-Riot angemessen

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Putin: „Ich versuche, nichts mit dem Fall zu tun zu haben.“ Bild: REUTERS

Es sei die Pflicht des Staates, „die Gefühle der Gläubigen zu schützen“, sagt Wladimir Putin. Russlands Präsident bezeichnet das Urteil gegen die drei Mitglieder der Punkband „Pussy Riot“ als angemessen. Sie wurden zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt.

          Wladimir Putin hat das Urteil im Fall „Pussy Riot“ mit der Pflicht des Staates verteidigt, „die Gefühle der Gläubigen zu schützen“. Das sei umso wichtiger, da die russische Orthodoxe Kirche zu Sowjetzeiten unterdrückt worden sei, sagte Russlands Präsident in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit dem TV-Sender Russia Today. Das Land habe „sehr schlimme Erinnerungen“ an diese Zeit. Kirchen seien zerstört worden und Gläubige hätten gelitten.

          Das Urteil gegen die drei Mitglieder der Punkband „Pussy Riot“ bezeichnete Putin als „gerechtfertigt und angemessen.“ Darüber hinaus wolle er nichts mehr dazu sagen und sich auch nicht in den Fall einmischen. „Ich versuche, nichts mit dem Fall zu tun zu haben.“ Die Frauen waren Mitte August nach einer Protestaktion gegen Putin in einer Moskauer Kathedrale wegen „Rowdytums“ zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Zwei weitere Musikerinnen der Band setzten sich darauf ins Ausland ab. Der Prozess und das Urteil hatten international für Empörung gesorgt.

          Der Fall gestorbenen Anwalts Magnizki

          Im Fall des im Jahr 2009 in Haft gestorbenen russischen Anwalts Sergej Magnizki wies Putin im Sender Russia Today jedwedes politisches Motiv zurück. „Wenn es da eine Tragödie gibt, dann eine formelle“, sagte er. Magnizki soll durch den Einsatz von Gummiknüppeln durch Beamte ums Leben gekommen sein. Die USA hatten daraufhin eine Liste erstellt, derzufolge russische Beamte kein US-Visum erhalten, die im Zusammenhang mit dem Tod des Anwalts stehen. Moskau hatte mit ebenfalls mit einer „schwarzen Liste“ mit unerwünschten US-Beamten reagiert.

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