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Russische Präsidentenwahl : Kandidatin Sobtschak für Sanktionen gegen ihr Land

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TV-Ikone Xenia Sobtschak: Am Sonntag tritt sie bei der Präsidentenwahl in Russland gegen Amtsinhaber Putin an. Bild: © Anna Smithko

Am Sonntag wird in Russland ein neuer Präsident gewählt. Unter den Kandidaten befindet sich auch eine Frau. Sie sorgt mit einer ungewöhnlichen Forderung für Aufsehen.

          Im russisch-britischen Streit um den Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal ist Präsidentschaftskandidatin Xenia Sobtschak für Sanktionen gegen die Eliten in Russland. „Sollte Moskau hinter dem Nervengift-Anschlag stecken, sind neue Sanktionen des Westens unausweichlich“, sagte die russische TV-Ikone der „Bild“-Zeitung (Donnerstag).

          Demnach sprach sich Sobtschak aber für Strafmaßnahmen aus, die sich gezielt gegen Freunde von Staatschef Wladimir Putin und korrupte Eliten richten. Auch Konzerne wie die Energieriesen Rosneft oder Gazprom müssten ins Visier genommen werden. „Die Sanktionen, die nur wieder das einfache russische Volk treffen, darf es nicht geben. Diese müssten im Gegenzug zur Verschärfung des Vorgehens gegen die Putin-Eliten gelockert werden“, forderte Sobtschak.

          Sobtschak ist die einzige Frau bei der Wahl an diesem Sonntag. Ihre Bewerbung ist chancenlos. Umfragen zufolge ist Putins Sieg sicher. Die 36-Jährige ist in Russland mit Reality-TV-Shows ein Star geworden. Seit einigen Jahren arbeitet sie als Journalistin für den kremlkritischen Fernsehsender Doschd. Ihr Vater Anatoli Sobtschak war in den 1990er Jahren Bürgermeister von St. Petersburg und gilt als Putins politischer Mentor.

          Im Wahlkampf fordert Sobtschak mehr Pluralismus. Anders als die russische Elite bezeichnet sie die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 als Völkerrechtsbruch. Schon früher hatte sie in diesem Zusammenhang gesagt, Russland sei selbst schuld an den westlichen Strafmaßnahmen.

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