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NATO und EU besorgt : Angst vor einer russischen Ukraine-Invasion

Verdächtige Ansammlung? Migranten am belarussisch-polnischen Grenzübergang Kuźnica/Brusgi am 15. November Bild: via REUTERS

In Brüssel herrscht Sorge darüber, dass Russland in der Ukraine militärisch eingreifen könnte. Niemand bezweifelt, dass der jüngste Truppenaufmarsch auch mit der Krise an der Grenze von Belarus zur EU zu tun hat.

          5 Min.

          Bereitet Russland die nächste Invasion in der Ukraine vor? Es ist die große Frage, die am Montag über den beiden Brüsseler Institutionen schwebte, EU und NATO. Im Europaviertel trafen sich die EU-Außenminister, um weitere Sanktionen gegen Belarus zu beschließen. Ein paar Kilometer entfernt wurde der ukrainische Außenminister Dmitri Kuleba von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg empfangen. Als beide nach ihrem Gespräch vor die Medien traten, schwang Stoltenberg die Alarmglocke. „In den vergangenen Wochen haben wir große und ungewöhnliche Konzentrationen russischer Kräfte nahe der ukrainischen Grenze gesehen“, sagte der Norweger, „ähnlich dem russischen Aufmarsch auf der Krim und am Schwarzen Meer früher in diesem Jahr.“

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Der amerikanische Außenminister Antony Blinken hatte sich schon am vorigen Mittwoch besorgt über „ungewöhnliche militärische Aktivität Russlands“ geäußert. Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte mit, Moskau habe 90 000 Soldaten zusammengezogen. Im April waren es gut 100.000. Ein Teil von ihnen wurde abgezogen, doch rund 80.000 blieben an ihren regulären Standorten. Und die anderen Kräfte, aus Sibirien, ließen ihr schweres Gerät zurück. Im September nahmen sie an der Militärübung Sapad (Westen) teil, danach sollen sie an der Nordgrenze der Ukraine stationiert worden sein, nicht weit von Belarus entfernt. Ende Oktober zirkulierten die ersten Satellitenbilder in sozialen Medien, die darauf hinwiesen. Anfang November begab sich CIA-Direktor William Burns nach Moskau.

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