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Repression in Russland : Warum sich die Anwaltsgruppe Komanda 29 auflöst

Iwan Pawlow (Mitte), prominenter Anwalt aus Russland, im April 2021 Bild: dpa

Die russischen Menschenrechtsanwälte der Gruppe Komanda 29 haben die Einstellungen ihrer Aktivitäten bekanntgegeben. Eine Fortsetzung ihrer Tätigkeit würde Menschen in Gefahr bringen, sagen sie.

          3 Min.

          Die Rechtsanwälte von Komanda 29 waren gewarnt. Sie waren auf weitere Schritte der russischen Justiz eingestellt, seit Ende April Räume der Gruppe sowie die Wohnung ihres Gründers und Leiters Iwan Pawlow durchsucht worden waren und Pawlow wegen angeblichen Geheimnisverrats von einem Gericht verboten wurde, Telefon und Internet zu nutzen. Nun hat der Zusammenschluss von Strafverteidigern und Menschenrechtlern unter dem Druck der Generalstaatsanwaltschaft seine Auflösung bekannt gegeben. „Die Fortsetzung der Tätigkeit von Komanda 29 stellt eine direkte und offene Gefahr für eine große Zahl von Menschen dar“, teilte die Gruppe am Sonntagabend auf ihrem Telegram-Kanal mit, „und dieses Risiko können wir nicht ignorieren.“

          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.

          In den vergangenen Jahren hatte Komanda 29 in zahlreichen aufsehenerregenden Prozessen wegen Landesverrats die Verteidigung übernommen – etwa im Fall des Journalisten Iwan Safronow, der seit fast genau einem Jahr in Haft sitzt, ohne dass die Öffentlichkeit erfahren hat, was ihm genau vorgeworfen wird. Die Anwälte von Komanda 29 haben im Frühling auch die Organisationen des Oppositionellen Alexej Nawalnyj vor Gericht gegen den Vorwurf des „Extremismus“ verteidigt. Die Übernahme dieses Mandats, so wurde nach den Razzien Ende April vermutet, könnte die Gruppe selbst zum Ziel von Repressionen gemacht haben.

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