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Duma-Wahl : Ließ Putin mit E-Voting das Wahlergebnis fälschen?

Mitarbeiter einer lokalen Wahlkommission leeren am Sonntag eine Wahlurne in einem Wahllokal in Moskau. Bild: AFP

Einiges Russland ist laut offiziellen Zahlen der klare Sieger der Duma-Wahl. Doch die Auszählung der online abgegebenen Stimmen deutet auf Betrug hin. Die Opposition spricht von „irrwitzigen Ergebnissen“.

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          Bis Montagmittag nahmen viele Russen die sogenannte elektronische Stimmabgabe als Gewinnchance oder Quell von Kuriositäten wahr. Die Hauptstadt Moskau war eine von insgesamt sieben Regionen in Russland und auf der ukrainischen Krim, in der Wähler von Freitag bis Sonntag online an den Wahlen zur Duma, dem Unterhaus, teilnehmen konnten. Um die Moskauer dazu zu bringen, sich für das E-Voting zu registrieren, fanden Lotterien statt. Ausgerechnet Dmitrij Peskow, der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, wurde als Gewinner von umgerechnet 117 Euro ausgemacht, die er in Supermärkten oder einem Schnellrestaurant ausgeben könne.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Für Heiterkeit sorgte auch ein vom Kreml verbreitetes Video, das zeigen soll, wie Putin, ein Internetskeptiker („Projekt der CIA“), online wählt, angeblich am vergangenen Freitag. Peskow hatte zu erklären, wie Putin, der erklärtermaßen kein Mobiltelefon hat, den zur Wahl nötigen SMS-Code erhalten habe: Der Präsident habe das Gerät eines Assistenten benutzt. Zudem fiel auf, dass Putins Armbanduhr im E-Voting-Video das Datum des 10. September anzeigte, es sich damit bei der Aufnahme wohl um eine vorgefertigte „Konserve“ handelt.

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