https://www.faz.net/-gpf-9ve3b

Häusliche Gewalt in Russland : Erst prügelte er, dann hackte er ihre Hände ab

Demonstranten in Moskau fordern im November 2019 ein Gesetz gegen häusliche Gewalt. Bild: Picture-Alliance

In Russland gibt es kein Gesetz, das Frauen gezielt vor häuslicher Gewalt schützt. Einige wollen das ändern – doch die Widerstände gegen eine Reform des Strafrechts sind groß.

          6 Min.

          Selten wird über ein Gesetzesprojekt in Russland so heftig diskutiert wie über jenes, das der Föderationsrat – das Oberhaus – im November veröffentlicht hat. Es geht um die Verhinderung häuslicher Gewalt. Das heißt meist: Gewalt gegen Frauen und Kinder. Gestritten wird schon darüber, wie groß das Problem in Russland ist. Es mangelt an einheitlichen, offiziellen Zahlen. Laut Umfragen hat mindestens ein Fünftel der russischen Frauen schon einmal körperliche Gewalt von Seiten des Partners erlebt. Das wären mehr als 15 Millionen Frauen.

          „Ich könnte dich töten, und niemand würde mich aufhalten“, heißt ein Bericht der Organisation Human Rights Watch nach einem Täterspruch. Das im Oktober 2018 veröffentlichte Papier beschreibt ein Klima der Straflosigkeit. Es zählt Fälle auf, in denen Frauen bedroht, vergewaltigt, verprügelt, aus Fenstern und von Balkonen geworfen wurden – und nennt Gründe, warum sich Opfer nicht an die Polizei wenden: Misstrauen, Stigma, Ignoranz der Polizei. Häufig weigern sich Polizisten, Anzeigen der verletzten Frauen aufzunehmen. Hinzu kommt oft finanzielle Abhängigkeit. Unter Druck ziehen Frauen Anzeigen zurück, beschuldigen sich selbst für die Gewaltausbrüche ihrer Partner.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Von wegen sibirische Kälte: So weichen die mittleren Temperaturen im bisherigen Januar 2020 vom Mittelwert 1981 bis 2010 ab.

          Kalte Jahreszeit : Winterhitze

          Vergangene Woche war es zwar endlich etwas kälter, doch mit einem richtigen Winter wird es in diesem Jahr wohl nichts mehr.
          Seit Anfang des Jahres gelten andere Regel für Totalverluste aus Kapitalvermögen: Sie sind nicht mehr voll von der Steuer absetzbar.

          Steuergesetz : Verluste tun jetzt doppelt weh

          Wenn Anleger Geld verlieren, müssen sie oft trotzdem Steuern zahlen. Schuld daran ist ein neues Gesetz, das eigentlich nur grenzüberschreitende Steuergestaltungen regeln sollte.