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Erst ehren, dann mehren : Russland hat für Annexionen in der Ukraine noch keinen Plan

„Referenden“ über den Anschluss des Luhansker Gebiets an Russland soll es unabhängigen Medien zufolge erst im Herbst geben. Bild: AP

Russlands Annexionsprogramm in den besetzten Gebieten in der Ukraine schleppt sich dahin. Zur Ablenkung ist der Kreml dazu übergegangen, tote „Helden“ der „Volksrepubliken“ mit Orden oder Straßennamen zu ehren.

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          Viel spricht dafür, dass Russland die seit dem 24. Februar besetzten Gebiete in der Ukraine anschließen will wie die 2014 nach einem „Referendum“ annektierte Krim. Doch dürfte die Entscheidung über Prozedere und Zeitpunkt noch nicht gefallen sein. Ende März hieß es aus den 2014 ausgerufenen „Volksrepubliken“ von Donezk und Luhansk, man werde, wenn die gesamten, von den Gebilden beanspruchten ukrainischen Verwaltungsgebiete im Donbass „befreit“ seien, „Referenden“ über den Anschluss an Russland abhalten. Verschiedentlich war von Terminen Mitte Mai die Rede. Laut dem exilrussischen Nachrichtenportal „Medusa“ wird nun der kommende Herbst genannt. Denn die Eroberung des gesamten Donbass, auf die sich Moskau seit Ende März erklärtermaßen konzen­triert, steht weiter aus.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Vorerst ist der Kreml dazu übergegangen, tote „Helden“ der „Volksrepubliken“ mit Orden und Straßenbenennungen zu ehren. Am wichtigsten war der Empfang des Vaters von Wladimir Schoga im Kreml. Der im März gefallene Freischärler hatte ein Freiwilligenbataillon namens „Sparta“ geführt. Bilder der postumen Auszeichnung Schogas mit dem Orden „Held Russlands“ durch Präsident Wladimir Putin wurden symbolträchtig am „Tag des Sieges“ von 1945 am Montag voriger Woche verbreitet. Zudem sind nach Schoga sowie nach dem 2018 getöteten „Oberhaupt“ der „Donezker Volksrepublik“, Alexandr Sachartschenko, nun in etlichen russischen Städten Straßen benannt worden.

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