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Propaganda aus dem Kreml : Russland hat den Informationskrieg verloren

Eine Tonaufnahme von der Schlangeninsel, mit englischen Untertiteln versehen. Bild: Screenshot Youtube

Einst war Russland gefürchtet für seine Falschinformationen im Netz. Aber in diesem Krieg verfangen sie nicht mehr. Eine Spurensuche auf kremltreuen Kanälen.

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          Russlands Propaganda zieht einfach nicht. An dem Tag, an dem russische Soldaten in die Ukraine einmarschieren, steht auf der Seite des Verteidigungsministeriums im Netzwerk Vkontakte nur ein Video von Generalmajor Igor Konaschenkow. Der Sprecher des Ministeriums trägt Uniform, eine randlose Brille und steht vor einer Karte der Ukraine. Man habe „eine Spezialoperation zum Schutz der Volksrepubliken Donezk und Luhansk“ begonnen, erklärt Konaschenkow kühl, „in Übereinstimmung mit der Entscheidung des Oberbefehlshabers“. Das war’s.

          Morten Freidel
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

          Es folgen Fotos von Übungen einer Spezialeinheit in Nowosibirsk, man sieht Tarnuniformen, Gewehre, grimmige Gesichter. In den Tagen danach informiert das Ministerium über seine Nordflotte, die in der Barentssee übt, ein U-Boot zu versenken, und teilt Fotos von einer Militärparade in Moskau. Zwischendurch sieht man wieder Sprecher Konaschenkow, der von der Armee eingenommene Orte abliest, als rufe er Leute in einem Wartezimmer auf.

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