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Syrien : Russland geht nach Flugzeug-Abschuss in die Offensive

  • Aktualisiert am

Syrische Rettungskräfte in der Nacht zu Montag nahe der Stadt Idlib Bild: EPA

Russlands Luftwaffen greift verstärkt Ziele im Norden Syriens an. Im Osten des Landes soll Machthaber Assad gegen die Bevölkerung wieder Giftgas eingesetzt haben.

          Russlands Luftwaffe hat einen Tag nach dem Abschuss eines Kampfflugzeugs verstärkt Ziele im Norden Syriens angegriffen. Nach Angaben des syrischen Zivilschutzes kam es in der Nacht zum Montag in den Städten Kafr Nubl und Maasran sowie in Sarakeb, Maarat al Numan und Idlib zu Luftschlägen. Dabei seien mehrere Menschen ums Leben gekommen, Dutzende seien verletzt worden.

          In Maarat al Numan wurde Augenzeugen zufolge ein Krankenhaus getroffen, in Kafr Nubl ein Wohnhaus beschädigt. In Idlib, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, wurde einem Augenzeugen zufolge ein fünfstöckiges Gebäude zerstört. Es wurde befürchtet, dass mindestens 15 Menschen ums Leben kamen.

          Bereits am Samstag waren bei Luftangriffen mehrere Menschen getötet worden. Zuvor hatten Rebellen ein russisches Kampfflugzeug vom Typ Su-25 abgeschossen. Der Pilot wurde getötet. Die Luftangriffe sowie die Offensive der syrischen Armee hat Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Die Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Katastrophe, sollten die Kämpfe auch die am stärksten besiedelten Gebiete in der von Rebellen gehaltenen Region Idlib erreichen.

          Bericht über Giftgas-Angriff

          Unterdessen soll im umkämpften Nordwesten Syriens bei einem Angriff giftiges Chlorgas eingesetzt worden sein. Dies berichtete die syrische Rettungsorganisation Weißhelme am Sonntag. In der von Rebellen besetzten Stadt Sarakeb sollen neun Menschen bei dem Angriff verletzt worden sein, darunter auch drei Helfer der Weißhelme.

          Mehrere Zivilisten in der syrischen Provinz Idlib haben nach Angaben von Aktivisten nach einem Luftangriff der syrischen Regierung unter Atemnot gelitten. Fünf Zivilisten seien am Sonntag ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem Hubschrauber der Regierung von Machthaber Baschar Assad mehrere Viertel der Stadt  angegriffen hätten, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungstelle für Menschenrechte mit. Ein „ekelerregender Geruch“ habe sich nach dem Angriff ausgebreitet.

          Demnach berichteten Anwohner und Ärzte von einem „giftigen Gas“. Nähere Angaben wurden nicht gemacht. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben von einem Netzwerk aus Informanten in Syrien, ihre Angaben können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

          Am Donnerstag hatte Amerikas Verteidigungsminister James Mattis das syrische Regime unter Präsident Baschar Assad beschuldigt, weiterhin Chemiewaffen zu produzieren und einzusetzen, wie amerikanische Medien berichteten. Am stärksten beunruhigt zeigte er sich aber über den mutmaßlichen Einsatz des geächteten Giftgases Sarin.

          Das syrische Außenministerium wies die Anschuldigungen in einer Stellungnahme an die staatliche Nachrichtenagentur Sana zurück. Man habe die gesamten Chemiewaffenbestände der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) übergeben, hieß es.

          Syrien war nach einem früheren Giftgasangriff 2013 unter starkem internationalem Druck der OPCW beigetreten und hatte der Vernichtung seiner Chemiewaffenbestände zugestimmt. Bis jetzt ist aber unklar, ob Syrien tatsächlich alle Bestände der OPCW übergeben hat.

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