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Russland : Der Kreml setzt auf Konfrontation

Es müsste eigentlich im Interesse des Kremls sein, dass in der Opposition relativ gemäßigte Politiker tonangebend bleiben. Aber offenbar setzen die Machthaber lieber auf Konfrontation.

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          Vor gut einem halben Jahr noch nahmen an Demonstrationen der Opposition in Moskau selten mehr als einige hundert Leute teil. Als zu den ersten spontanen Protesten gegen die Fälschung der Parlamentswahl im Dezember etwa zehntausend Menschen kamen, war das eine Sensation - mit so vielen hatten weder das russische Regime noch dessen Gegner ernsthaft gerechnet.

          Nach der Demonstration am Dienstag bemühte sich die Polizei, die Teilnehmerzahl kleinzurechnen - und kam auf 22 000. Tatsächlich waren es viel mehr. Diese Zahlen zeigen eine Veränderung in der russischen Gesellschaft, die durch Repressionen vielleicht verlangsamt, aber kaum noch aufgehalten werden kann.

          Dabei ist noch offen, wohin die Reise gehen wird; in der Menge waren neben Demokraten aller Schattierungen auch linke und rechte Extremisten vertreten. Es müsste eigentlich im Interesse des Kremls sein, dass in der Opposition jene relativ gemäßigten Politiker tonangebend bleiben, gegen die sich am Montag die Razzien gerichtet hatten. Aber offenbar setzen die Machthaber lieber auf Konfrontation.

          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.

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