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22 Jahre Haft für Safronow : Ein Urteil gegen den russischen Journalismus

Der frühere Journalist Iwan Safronow in Dezember 2021 bei einer Anhörung in Moskau Bild: Action Press

Iwan Safronow habe, so die Anklage, Geheimnisse verraten. Der frühere Journalist sagt, es habe keine Spionage, nur Journalismus gegeben. Recherchen eines unabhängigen Mediums geben dem am Montag Verurteilten Recht.

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          Dass am Montag ein früherer Journalist wegen angeblichen Hochverrats in Moskau zu 22 Jahren strenger Lagerhaft verurteilt worden ist, stellt selbst für russische Verhältnisse eine Eskalation dar – und dürfte eine Warnung an die noch im Land verbliebenen unabhängigen Journalisten sein. Mit dem Urteil gegen Iwan Safronow war gerechnet worden, spätestens, nachdem die Anklage vorige Woche gefordert hatte, 24 Jahre Haft zu verhängen: Gerichte folgen in Russland so gut wie immer der Version der Anklage. Erst recht, wenn die auf den Geheimdienst FSB zurückgeht wie im Fall Safronow.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Dem 32 Jahre alten Moskauer wird vorgeworfen, mit tschechischen und deutschen Geheimdiensten zusammengearbeitet zu haben. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, Zeugen und Anwälte mussten schweigen. Doch dem – in Russland verbotenen – Investigativmedium „Projekt“ wurde die Anklageschrift zugespielt. Demnach waren die „geheimen Informationen“, die Safronow zwischen 2015 und 2018 übermittelt habe, als er für die Zeitung „Kommersant“ arbeitete, in Wirklichkeit öffentlich zugänglich.

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