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Russischer Journalist Anin : Die Angst vor Enthüllungen

Wider die freie Berichterstattung: Russlands Präsident Wladimir Putin, aufgenommen am 1. Mai Bild: AFP

Der Investigativjournalist Roman Anin leitet eine Plattform, die Fälle von Korruption, Umweltverschmutzung und Justizwillkür in Russland aufdeckt. Von der verschärften Repression des Kremls lässt er sich nicht beirren.

          5 Min.

          Roman Anin ist erst 34 Jahre alt, aber schon einer der erfahrensten Investigativjournalisten Russlands. Zu seinen Auszeichnungen zählt der amerikanische Pulitzer-Preis, den Anin 2017 mit Kollegen aus vielen Ländern für die Auswertung der „Panama Papers“ erhielt. Seit 2006 arbeitete Anin für die kremlkritische Nowaja Gaseta, seit gut einem Jahr führt er mit Waschnyje Istorii (Wichtige Geschichten) sein eigenes Projekt und deckt Fälle von Korruption, Justizwillkür und Umweltverschmutzung auf. Das bringt Anin und seine 14 Kollegen direkt ins Fadenkreuz der gegenwärtigen Kreml-Kampagne gegen unabhängige Medien.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Am 9. April durchsuchten der Inlandsgeheimdienst FSB und das Ermittlungskomitee Anins Moskauer Wohnung und die Redaktionsräume. „Die ersten drei Minuten, in denen ich den Durchsuchungsbeschluss las, waren die beunruhigendsten der ganzen sieben Stunden“, berichtet Anin. Er wusste erst nicht, was ihn erwartete. Denn Iwan Safronow, einem früheren Journalisten, wird seit dem vergangenen Sommer sogar „Staatsverrat“ vorgeworfen, ihm drohen bis zu zwanzig Jahre Haft.

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