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Russlands Manöver : Zum Aufatmen ist es noch zu früh

Auf diesem vom russischen Militär veröffentlichten Video-Screenshot rollen Radpanzer nach Manövern auf der Krim an Bord von Landungsschiffen Bild: dpa

So gut es ist, dass Moskau die Beendigung des Truppenaufmarsches an der Grenze zur Ukraine verkündet: Putin lässt den Westen gezielt im Ungewissen. Die Antwort darauf müssen klare Botschaften sein.

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          Wenn jene russischen Truppen, die in den vergangenen Wochen an der Grenze zur Ukraine aufmarschiert sind, nun an ihre Standorte zurückkehren, nimmt das etwas Spannung aus der Region. Zum Aufatmen ist es aber noch zu früh. Erst im Laufe der kommenden Woche wird man verlässlich sehen können, ob die Einheiten wirklich abziehen. Ein Unsicherheitsfaktor für die kommenden Monate ist zudem, dass ein bedeutender Teil der in den vergangenen Wochen in die Nähe der ukrainischen Grenze geschafften Ausrüstung bis zum großen Manöver „Sapad 2021“ im September dort zurückgelassen wird.

          Was auf jeden Fall bleibt, ist die Frage, was der Kreml mit dieser militärischen Machtdemonstration bezweckt hat. Mit dem angeblich planmäßigen Ende der Übungen zum jetzigen Zeitpunkt ist jedenfalls Moskaus Begründung hinfällig, Russland wolle seine Sicherheit während des Nato-Manövers „Defender Europe 2021“ in Südosteuropa sicherstellen. Denn diese Übung findet erst im Mai statt, wenn die russischen Truppen längst wieder in ihren Kasernen sein sollen.

          Den Westen in Ungewissheit zu lassen ist Teil von Putins Kalkül – das war die Botschaft jenes Satzes im außenpolitischen Teil seiner Rede an die Nation am Mittwoch, in dem er von Russlands roten Linien sprach, die in jedem konkreten Fall anders festgelegt würden. Der Westen muss darauf mit dem Gegenteil reagieren: klare Botschaften nach Moskau des Inhalts, wo die Grenzen sind, deren Überschreitung Folgen haben wird.

          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.

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