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Russisches Gas : Warum Putin auf das große Geld verzichtet

In Russland erhalten Putins Günstlinge von Gazprom Milliardenaufträge, etwa zum Bau von Pipelines. Bild: dpa

Moskau könnte seine Gasliefermenge ausweiten, verzichtet aber trotz der hohen Marktpreise darauf. Wirtschaftsanalysten sind ratlos. Will Putin einen raschen Start von Nord Stream 2 durchsetzen?

          5 Min.

          Russlands Verhalten in der Gaskrise, in der die Preise auf dem sogenannten Spotmarkt am Mittwoch neue Rekorde erreichten, gibt Wirtschaftsanalysten Rätsel auf: Der staatlich kontrollierte Gazprom-Konzern erfüllt seine langfristigen Gaslieferverträge, nimmt aber nicht die Chance wahr, viel Geld zu verdienen, indem er seine bisher spärlichen Geschäfte auf dem Spotmarkt ausweitet. Die russischen Begründungen dafür widersprechen einander: Mal gab Gazprom an, es gebe zu wenig Gas. Mal äußerte der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Alexej Miller, man könne stets die Produktion ausweiten, das sei der „Wettbewerbsvorteil“ von Gazprom und Russland (unterschieden wird nicht).

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Doch erst seit Wochenbeginn fließt etwas mehr Gas aus Russland gen Westen, auf neuer Route am Ostseegrund: Obwohl die Genehmigungsverfahren noch laufen und bei vorzeitiger Inbetriebnahme hohe Bußgelder drohen, befüllt die Betreibergesellschaft Nord Stream 2, eine hundertprozentige Gazprom-Tochter, die erste Röhre der neuen Pipeline mit Gas. Soll man ihr glauben, dass es nur um „technische Tests“ geht? Will Gazprom Fakten schaffen, deutsche und EU-Behörden „erpressen“, wie Kritiker fürchten?

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