https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/russische-streitkraefte-haben-in-der-ukraine-schwere-verluste-erlitten-18332917.html

Moskaus Heer in der Ukraine : Die russische Kampfkraft schwindet

Ein russischer Raketenwerfer im September in der Region Donezk Bild: EPA

Die russischen Streitkräfte haben schwere Verluste erlitten. Mit der von Putin verkündeten Teilmobilmachung können personelle Lücken gefüllt werden. Bei der Ausrüstung ist das schwieriger.

          5 Min.

          Die 1. Gardepanzerarmee blickt auf eine heldenhafte Geschichte zurück. Im Zweiten Weltkrieg spielte sie ein wichtige Rolle bei der Verteidigung Stalingrads, hielt die deutschen Angreifer in der Panzerschlacht von Kursk auf und rückte danach Richtung Berlin vor. Für ihre militärischen Erfolge bekam sie den Garde-Titel verliehen. 2014 wurde sie neu aufgestellt, rund um Moskau, als Elitetruppe zur Verteidigung der russischen Hauptstadt. Am Überfall auf die Ukraine war sie vom ersten Tag an beteiligt, an der Front im Nordosten. Doch was dann folgte, stellte sich als weniger glorreich heraus.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Ein Teil der Armee sollte östlich des Dnipro nach Kiew vorstoßen, der andere Charkiw einnehmen. Beides misslang auf spektakuläre Weise. In den ersten Kriegswochen verloren die Panzerkräfte Hunderte Soldaten und Fahrzeuge. Mitte Mai wurde ihr Kommandeur ausgetauscht. Danach wurden die Einheiten im Raum Isjum stationiert, sie sollten von Norden aus die ukrainischen Streitkräfte im Donbass einkesseln. Allerdings blieben sie stecken, die Front erstarrte. Als die Ukrainer dann vor zwei Wochen zu ihrer Gegenoffensive ansetzten, wurden die vermeintlichen Elitekämpfer auf dem falschem Fuß erwischt. Sie mussten sich zurückziehen, um nicht selbst in Isjum eingeschlossen zu werden.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Droht dem Westen: Der russische Präsident Wladimir Putin am 21. September 2022

          Putins neue Drohungen : Szenarien für den nuklearen Ernstfall

          Putin hat schon früher mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Diesmal sagt er, er bluffe nicht. Washington hat dafür Szenarien ausgearbeitet und Moskau gewarnt.
          Sozial gefördertes Gesundheitsrisiko: Ohne Alkohol sind Volksfeste wie hier im bayerischen Straubing nicht zu denken.

          Erhöhtes Krebsrisiko : Jedes Glas ein Glas zu viel

          Forscher warnen, dass der Alkoholkonsum in Deutschland zu nachlässig gehandhabt wird. Knapp 150.000 Krebsfälle könnten demnach durch eine Preissteigerung verhindert werden.