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Streitkräftestudie : Russland bleibt gefährlich

Volle Kraft voraus: Russische Schützenpanzer beim Manöver Zentr 2019 Bild: EPA

Moskau baut die Kampfkraft seiner Armee bis zum Jahr 2029 weiter aus – schreiben schwedische Forscher. Europa bleib dabei im Fokus des Kremls.

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          Die russischen Streitkräfte werden auf lange Sicht für Europa eine Gefahr bleiben. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Studie des schwedischen Forschungsinstituts für Verteidigung (FOI), die am Dienstag veröffentlicht worden ist. In ihr attestieren die Wissenschaftler Moskaus Militär seit der umfassenden Armeereform vor zehn Jahren einen signifikanten Zuwachs an Kampfkraft. 2008 sei es noch kaum dazu in der Lage gewesen, einen lokalen Krieg in unmittelbarer Nachbarschaft für sich zu entscheiden. Inzwischen seien die Streitkräfte dazu fähig, einen regionalen Krieg zu führen, parallel dazu eine Luftkampagne wie in Syrien zu unterhalten, Kriegsschiffe ins Mittelmeer zu schicken und einen Konflikt mit geringer Intensität wie in der Ostukraine zu unterstützen.

          Verantwortlich für die Fortschritte machen die Forscher neben deutlich höheren Verteidigungsausgaben und kleineren Organisationseinheiten Zahl und Umfang der russischen Militärmanöver. So sei die offizielle Höchstzahl von 20.000 auf 300.000 Soldaten im Jahr 2018 gewachsen; in westlichen Fachkreisen wird die Zahl allerdings bezweifelt. Zudem sei es der russischen Rüstungsindustrie gelungen, zahlreiche ältere Waffensysteme zu modernisieren und zugleich einige weitere Neuentwicklungen zustande zu bringen.

          Prozentual deutlich über Anteil von Amerika und China

          Über die besten Voraussetzungen für einen regionalen Krieg verfügt Russland den Forschern zufolge im Westen und Süden. Hier hat das Land nicht nur das dichteste Netz an Straßen, Schienen und schiffbaren Flüssen. Aus Sicht Moskaus sind die Nato und ihre Mitglieder auch der gefährlichste potentielle Gegner. Dazu passt, dass dem FOI zufolge das russische Militär drei Viertel seiner Luft- und Seebasen sowie sechzig Prozent seiner Landstreitkräfte westlich des Urals unterhält.

          Die Forscher rechnen damit, dass die russischen Streitkräfte ihre Kampfkraft bis 2029 stufenweise weiter ausbauen können. Ein Ende der Wahrnehmung des Westens als Bedrohung sei nicht absehbar. Das Militär werde damit weiterhin die internationale Sicherheit „signifikant“ zu beeinflussen suchen. Die Verteidigungsausgaben dürften zwar angesichts der schwachen Wirtschaftsleistung sinken, prozentual aber dennoch deutlich über dem Anteil von Amerika und China bleiben. Statt auf organisatorischen Reformen, werde der Fokus künftig auf der Entwicklung neuer Waffensysteme liegen. Der Fokus des russischen Militärs dürfte weiterhin auf Europa liegen, selbst wenn Russland weitere Truppen im Osten stationieren sollte, um ein Gegengewicht zum stärker werdenden chinesischen Militär zu schaffen.

          Neben dem erwarteten Zuwachs an Kampfkraft gehen die Forscher auch davon aus, dass Russland seine erklärten Gegner in den kommenden Jahren noch stärker als bislang mit hybriden Operationen wie Cyberattacken, Wahleinmischungen und der Ermordung von Gegnern des Kremls beeinflussen könnte. Die Erwartung, dass Russland sich militärisch übernehmen könnte, haben sie nicht.

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